Samstag, 13. August 2011

It´s just a jump to the left.....

....And then a step to the right.
Put your hands on your hips.
You bring your knees in tight.
But it's the pelvic thrust
That really drives you insane.
Let's do the time-warp again.
Let's do the time-warp again.
*Arschwackel*

Hamburg, Schauspielhaus, es war superklassetoll ♥
Klick

Einige Leute kamen verkleidet, als Magenta in Zimmermädchenkluft oder als RiffRaff  im Frack und oder natürlich als Frank N. Furter in voller Montur.
Das Publikum geht ab wie nix, das ist unfassbar. Hier ein Auszug aus Wiki, genau so wars:

  • Der Erzähler: Der Schnitt auf den Erzähler wird vom Publikum mit lauten „boring“-Rufen quittiert.
  • Wenn Janet in Erscheinung tritt, wird „slut“, bei Brad „asshole“ gerufen.
  • Das Erwähnen von Ralph Hapshatt wird mit „Hap-SHIT“ kommentiert.
  • Nach jeder Erwähnung des Namens Janet wird laut „WeisSSS“ gerufen.
  • Die Hochzeitsszene: Hier wird mit Reis geworfen.
  • Dr. Scott: Jedes mal, wenn sein Name genannt wird, wird ein Donnergrollen vom Publikum im Einklang mit einem lauten „HU!“ simuliert.
  • Eddie: Jedes mal, wenn sein Name genannt wird, reagiert das Publikum mit „Shht!“-Rufen.
  • Die Gewitter-Szene: Bei dieser Szene bedeckt das Publikum die Köpfe mit einer Zeitung, sobald Janet zum Schutz gegen den Regen dies tut, als sie aus dem Auto steigt. Der Regen selbst stammt in diesem Falle aus Wasserpistolen. Außerdem werden dann bei der Textzeile „there’s a light …“ ein Feuerzeug oder Wunderkerzen angezündet. Als Brad einen Zweig zur Seite biegt, ihn dann zurückschnellen lässt und er Janet trifft, ruft das Publikum kurz vorher „Achtung, Janet! Der Zweig!“
  • Der Time Warp: Wenn das Lied gespielt wird, tanzt das Publikum ebenfalls.
  • Sweet Transvestite: Wenn Frank die Kunstpause bei dem Wort „anticipation“ macht, wird „Say it!“ gerufen.
  • Brad und Janet fahren mit dem Lift in Furters Labor: Kurz bevor der Lift im Labor auftaucht, ruft das Publikum „show me something green and sexy“. Kurz danach sieht man wie Furter in einem grünen Laborkittel erscheint.
  • Die Ansprache Furters im Labor: Furter zieht dreimal seinen Gummihandschuh in die Länge und lässt ihn wieder los. Das dabei entstehende Geräusch snap wird dabei vom Publikum zeitgleich mit eigenen Gummihandschuhen verstärkt.
  • Die „Geburt“ von Rocky: Das Publikum unterstützt die Szene mit „Tröten“ und – wenn Rocky aus seinen Bandagen gewickelt wird – mit dem Werfen von Klopapierrollen.
  • Der „Charles Atlas Song“: Am Ende des Charles Atlas Song schreiten Furter und Rocky in Richtung Schlafzimmer, das Publikum wirft dabei Konfetti.
  • Als Eddie erscheint, wird Mehl geworfen, um den Nebel der Filmszene nachzuahmen.
  • In einer Szene sagt Frank „It’s not easy having a good time“. Das Publikum antwortet „Try Disney World“.
  • Die „Dinner-Szene“ mit dem toten Eddie im Tisch: Wenn Frank N. Furter sein Glas erhebt und sagt „A toast!“ werfen alle mit Toastbrotscheiben.
  • Sobald Furter einen Partyhut aufzieht, zieht das Publikum nach.
  • Der Song Wise Up, Janet Weiss: Auf die Textzeile Furters Did you hear a bell ring? antwortet das Publikum mit dem Klingeln kleiner Glöckchen oder dem Schlüsselbund.
  • Szene I’m Going Home: Bei den Textzeilen „… cards for sorrow, cards for pain“ wirft das Publikum mit Spielkarten.

Sky Du Mont, der alte Schmierlappen, als Erzähler war super.
Die Rollen sind optimal gecastet, passt alles wie die Faust aufs Auge. Musste mich zwar erst an einen blonden Frank N. Furter gewöhnen, aber hey, sobald der das Kittelchen weg warf und in Strapsen da stand... :D

Mein Mann und ich hatten meine Schwiegermutter und ihren Freund eingeladen. Meine Schwiegermutter hatte mordsmässigen Spass, die fand das suuuuper. Ihr Freund, ein Hamburger, wie man ihn sich vorstellt, etwas zurückhaltend und übern s-pitzen S-tein s-tolpernd, hat stellenweise etwas gelitten, aber sehr süss :D
Jetzt sagt mal ehrlich, wer von euch könnte mit seiner Schwiegermutter in die Rocky Horror Picture Show gehen und Spass dabei haben? Beste Schwiegermutter von Welt ♥


Das Theater sah hinterher aus, keine Ahnung, wie die das jede Nacht wieder sauber kriegen. Tonnen von Reis, Konfetti, Klopapier, Spielkarten und Wasser flogen da umher.

Ich finde Musicals eigentlich ganz entsetzlich. Bevor man mich in eines dieser gruseligen Andrew Lloyd Webber Dinger reinkriegen würde, müsste man mich unter Drogen setzen.
Na gut, Bernsteins "Westside Story" oder der andere Klassiker, "Anatevka", klar, das würde ich mir angucken. Aber sonst nix.

Dieses Ensemble tourt mit der Rocky Horror Show noch eine Weile weiter, falls sie bei euch in der Nähe sind, schaut es euch an. Lohnt sich echt.
Und vergesst nicht, Reis und Wasserspritzpistolen und das ganze andere Equipment mitzunehmen :D

Tour-Daten: Klick





Dienstag, 9. August 2011

Fallenjagd in Deutschland

Morgen um 23:30 Uhr kommt im ZDF eine Doku von Manfred Karremann über Fallenjagd in deutschen Wäldern.

Tödliche Gefahr - Fallenjagd in Deutschland

"Eigentlich bin ich zu Anfang nur immer wieder im Internet darüber gestolpert, dass ständig Haustiere in irgendwelche Fallen geraten. Erst als ich schließlich nach Bayern gefahren bin, und die Familie getroffen habe, deren Hund „Rikki“ während eines Spazierganges in eine Schlagfalle geraten ist, wurde mir die menschliche Dimension bewusst."
 Weiter und mehr: Klick


Die Sendung gibt es später dann auch in der ZDF-Mediathek zu gucken.


Ich bin ja bekennende Jäger-scheisse-Finderin und finde es wichtig, dass bekannt wird, welche unfassbar grausamen Methoden diese.....widerwärtigen Existenzen im Wald einsetzen.
Schaut es euch an.



Montag, 8. August 2011

Sommer, du blöder Arsch!

Den ganzen langen Winter freue ich mich auf dich und was tust du? Du bist kalt, du bist inkontinent und einfach nur bäh.

August, 14 Grad, Regen, Wind, dunkel. Im Kamin brennt ein Feuerchen und ich hab Pulli und Wollsocken an. Es ist zum heulen.

Wir haben im Juli neue Gartenliegen gekauft und bisher lag ich genau einmal drauf. In langen Hosen und mit Sweatshirtjacke und einer Tasse heissen Kaffee.


Darauf wollte ich am Wochenende die Perseiden-Nacht gucken, mit einem Glas Caipirinha in der Hand und zirpenden Grillen um mich herum. Statt dessen werde ich wohl in eine Kuscheldecke eingemummelt auf dem Sofa sitzen müssen.
Mennoooooooo!!!!


Samstag, 6. August 2011

Eintagsküken

Ich hatte es ja schon lange vor, die Sache mit den Eintagsküken endlich mal auszuprobieren. Heute war es dann so weit. Ich habe im Zoogeschäft 4 tiefgefrorene Küken gekauft, sie tapfer nach Hause getragen und in der Verpackung auftauen lassen.

Während dessen habe ich mich ein paar Stunden doof gestellt und so getan, als ob auf meinem Terrassentisch keine 4 flauschigen, gelben Küken in einer Dose liegen, um alsbald von meinen Katzen verputzt zu werden.

Die Fütterungszeit rückte näher und ich holte die Dose in die Küche und kippte den Inhalt auf einen Teller.
*Klong*  machte es, die Küken waren noch Stein und Bein gefroren. Also ab damit in den Backofen, bei 40 Grad vollends auftauen.
Mein Mann verliess angewidert die Küche, nicht ohne mir vorher mitgeteilt zu haben, ich wäre pervers.

Als sie dann aufgetaut waren, rief ich die Katzen in die Küche und verstopfte mit einem Kissen die Katzenklappe in der Küchentüre. Ich habe schon oft gelesen, dass Katzen bei Eintagsküken total ausflippen und erst mit ihnen spielen, bevor sie sie fressen und ein halbes Eintagsküken aufm Sofa.... nee, nee. Also Küche abdichten.

Da sass nun die hungrige Katzenbande und glotzte die puscheligen 4 Küken auf dem Teller an. Ratlose Blicke: "Ja und jetzt, wo bleibt unser Essen?"

Bis plötzlich mein engelsgleicher Sankt Anton, mein Katerchen, das immer sanft und lieb und folgsam ist, der Streber unter meinen Katzen, mit dem ich noch kein einziges mal schimpfen musste, weil er wirklich immer lieb und sanft ist, unter dem Küchentisch vorschoss und wie ein Berserker die Zähne in eines der Küken schlug und damit knurrend wie ein Rottweiler in der Küche rumrannte, das Küken im Maul und mit wildem Blick. *eeek*

Während Anton voll im Wahn rumraste wie angebrannt, marschierte Luzie zum Teller und angelte sich mit der Pfote ein Küken vom Teller und batschte es direkt mit Schwung an die Wand, angelte wieder mit der Pfote danach und warf es in die Luft: "lustig, Muddi serviert Spielzeuge jetzt auf Tellern"

Der Rest hockt nur da und glotzte völlig fassungslos zu, wie Anton, der sich inzwischen unter den Kücherntisch verschanzt hatte, mit irrem Blick und dem Küken im Maul dort hockte und knurrte.

Als Franzi sich dann dazu entschloss, eines der beiden noch auf dem Teller liegenden Küken näher zu betrachten, schoss Anton - immer noch mit seinem Küken im Maul - unterm Tisch vor, stopfte sich ein zweites Küken ins Maul, visierte das Dritte auch noch an, scheiterte aber mit Maulsperre, und rannte mit den beiden Küken im weit aufgerissenen Rachen wieder unter den Tisch.

Luzie probierte derweil, wie hoch man ein totes Küken in die Luft schmeissen könnte, und mit jedem mal, wenn das kleine gelbe Flauschi wieder auf den Boden knallte, dreht es mir den Magen rum.
Als sie mir das Küken direkt vor die nackerten Füsse warf und irgendein halb durchsichtiger Schlonz aus dem Tierchen lief, war es dann aus, ich fing an zu brüllen wie am Spiess und der Mann musste anrücken und mir beistehen.

Anton schmatzte und knurrte und nagte und kaute seine zwei Küken unterm Tisch weg, der liess NICHTS übrig, Schnabel, Beinchen, Federn, der hat alles verputzt.
Luzie spielte weiter mit dem dritten Küken, die anderen Katzen sassen rum, guckten das vierte Küken auf dem Teller an und bekamen so langsam schlechte Laune. Essenszeit, Hunger und ich serviere Federn. Unverschämtheit.
Ich hab noch versucht, jeden einzelnen dazu zu überreden, sich das vierte Küken doch wenigstens mal genauer anzugucken, aber nix zu machen. Kein Interesse: "Spiel doch alleine mit dem Scheiss, wir haben Hunger, gib uns endlich was".

Wir reden hier von ehemaligen Wildlingen, von denen einige jahrelang ihr Futter selber fangen mussten, wohlgemerkt. :D
Und die voll- und teilgebarft werden (je nach Geschmack, Emma und Lotti nur Rohfleisch, die anderen teils Nassfutter, teils Rohfleisch, bis auf zwei, die beiden Grazien Lilli und Sophie rühren Rohfleisch nicht an).
Aber Küken, igitt. Industriell verarbeitetes Nassfutter oder von Muddi handgeschnittenes Rohfleisch wird gewünscht, aber bitte nix, das aussieht, als hätte es mal gelebt.

Luzies Spielküken und das vierte, von dem keiner was wissen wollte, habe ich den Wildlingen draussen serviert. Einer guckte mich an, als wäre ich nicht ganz dicht in der Birne und watschelte schnurstracks zum Nassfutter. Der zweite schnüffelte wenigstens daran. Der dritte schnappte sich ein Küken und haute damit ab, mit dem gleichen Irrsinn im Blick wie Anton. Falls ihm nicht ein anderer zuvorgekommen ist, wird der sich auch noch das andere Küken geholt haben, ich habs aber nicht weiter beobachtet.

Das war heute das erste und letzte Mal, dass es hier Küken gab *örks*, Sorry Anton.
Fleisch und Nassfutter tuts auch.

Donnerstag, 4. August 2011

Und weiter geht es nach einer kurzen Werbeunterbrechung ;)

Weeeeerbung! *DingDong*

Und zwar für zwei Shops bei Dawanda.

Im ersten Shop gibt es die aller-allerschönsten Türkränze, in liebevoller Handarbeit hergestellt und nichts, was man an jeder Ecke bekommt, sondern alles Unikate.
Auf Wunsch würde die liebe Flugelse auch Kränze nach Bestellung, also in gewünschter Farbe anfertigen.
Jedesmal, wenn ich auf die Preise gucke, denke ich, die spinnt. Dafür würde ich nicht mal ein Stückchen Stoff in die Hand nehmen, geschweige denn, Stunden in so viel mühevolle Kleinarbeit investieren.
Wer also was Besonderes an seine Haus- oder Zimmertüre hängen will, der klickt jetzt mal auf diesen Link: Cape Molly


Der zweite Shop, den ich euch ans Herz lege, bietet zuckersüsse Keulen (Kisseneulen) an, ich könnt mich jedesmal wegschmeissen, wenn ich die Dinger sehe ♥
Die Keulen mit den verschlafenen Augen auf Halbmast sind absolut grossartig :D 
Und Kissenbezüge, die ich allesamt am liebsten aufkaufen und jeden Tag angucken möchte, so schön finde ich die.
Zu den Keulen und Kuschelkissen gehts hier lang: EverybodysStarling



Geht mal gucken :)

Dienstag, 2. August 2011

Hund und Katz

Hund und Katzen zu vergesellschaften ist fast immer eine gute Idee. Wenn die Voraussetzungen stimmen.

Ein Hund ersetzt der Katze keine kätzische Gesellschaft, das vorweg. Auch im Fall von hundischer Gesellschaft ist die Haltung einer einzelnen Katze ein NoGo.

Hundemenschen fällt es in den allermeisten Fällen leichter, Katzen in ihren Haushalt zu integrieren, als andersherum, also wenn Katzenmenschen sich einen Hund anschaffen wollen. Das liegt daran, dass, sorry liebe Katzenmenschen, Hundehalter in der Regel kompetenter im Umgang mit Tieren sind.
Der Grund dafür ist, dass Katzen nicht "funktionieren" müssen. Die sind halt einfach Katzen, machen was sie wollen und egal was sie tun, es ist für die meisten Katzenhalter ok. Was auch richtig ist, denn eine Katze ist nun mal kein Hund.

Beim Hund sieht das anders aus, in den muss man, was Erziehung und Beschäftigung und Bewegung angeht, um ein Vielfaches mehr an Zeit, Mühe und "Können" investieren. Hundemenschen begegnen täglich anderen Hundemenschen, man tauscht sich aus und bespricht gesundheitliche Probleme der Tiere oder Erziehungsfragen miteinander, und vor allem, es gibt so etwas wie eine "Soziale Kontrolle" untereinander. Wenn ein Hundehalter grobe Fehler mit seinem Hund macht, wird er früher oder später darauf angesprochen, weil ein Hund in mieser körperlicher Verfassung oder völlig unerzogen oder extrem verstört und ängstlich draussen einfach auffällt.

Katzenhalter? Da kriegt niemand mit, was für einen Bockmist die teilweise mit ihren Viechern veranstalten. Findet ja alles in den eigenen vier Wänden statt.

So, nun also, Hund und Katz zusammenführen.
Ich gehe mal davon aus, dass niemand (ausser, jemand weiss sehr genau, was er da tut und hat die entsprechende Erfahrung) auf die abstruse Idee kommt, einen katzenhassenden Hund mit Katzen vergesellschaften zu wollen. Oder eine Freigängerkatze, die schon schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hat und zur Bürste wird, sobald sie einen Hund nur aus der Ferne sieht.

Es gibt eigentlich nur zwei Sachen, auf die man achten muss:
1.) Den Katzen die Möglichkeit bieten, sich den Hund von oben runter anzugucken. Also vom Schrank aus, vom Cat-Walk aus oder vom Kratzbaum aus. Auf jeden Fall ausser Reichweite des Hundes.
2.) Dem Hund untersagen, den Katzen hinterher zu wetzen.

Mit diesem räumlichen Abstand ist es möglich, dass die Tiere einander beobachten und kennenlernen können, ohne, dass es gleich mal zu Anfang hellgelbe Funken schlägt.

Auf was man ganz besonders achten muss und deshalb ist Punkt 1.) am Anfang so wichtig, wenn sich Hund und Katz zum ersten mal auf gleicher Höhe, also dem Fussboden, begegnen, sind die Augen des Hundes. Im hundischen Verhaltensmuster ist nicht abgespeichert, dass man auf die Augen kriegen könnte. Genau darauf wird die Katze, wenn der Hund sie zum ersten mal beschnüffeln will und sie sich bedrängt fühlt, aber zielen.
Der Hund wird auf den Kopf des der Katze achten, aber nicht auf ihre Pfoten, denn Hunde hauen einander nicht die Krallen ins Gesicht. Katzen sehr wohl.  Und es kommt oft vor, dass der Hund dann mit einer fiesen Hornhautverletzung auf dem OP-Tisch landet, weil er einfach nicht drauf gefasst war, dass ihm jemand ins Auge haut.

Man plaziert die Katze also erstmal so, dass der Hund nicht in ihre Reichweite kommt und sie nicht bedrängen kann. Der Hund braucht eine Weile um zu kapieren, dass Katzen es nicht akzeptieren, dass ein fremdes Tier daher geschlappt kommt und ihnen die Nase ins Gesicht steckt. Hunde untereinander gehen viel taktiler vor als Katzen, die zu fremden Tieren (ausser zu potentieller Beute) erstmal keinen körperlichen Kontakt aufnehmen.

Zwischendurch nimmt man den Hund für ein paar Stunden aus dem Zimmer, in dem sich die Katzen aufhalten und gibt den Katzen die Gelegenheit, sich zu entspannen, zu futtern und das Katzenklo aufzusuchen.
Wenn die Katzen dann wieder auf ihrem erhöhten Platz sind, kann man den Hund wieder ins Zimmer holen.
Hungrige Katzen mit voller Blase sind in der Regel nicht dazu bereit, Freundschaft zu schliessen.
Klar, oder? ;)
Die Katzen müssen erstmal lernen und die Erfahrung machen, dass da zwar jetzt ein Hund eingezogen ist, sich aber an ihrem bisherigen Leben nichts ändert, sie nach wie vor ihr Futter für sich alleine haben, ihre Lieblingsplätze nicht vom Hund vereinnahmt werden und der Hund eigentlich gar kein so schlechter Typ ist.

Der erste nähere Kontakt soll erst dann stattfinden, wenn die Katzen das so möchten. Und nicht dann, wenn Bello oder Herrchen es für richtig hält, dass Hund und Katz sich jetzt bitte endlich mal beschnuppern. Das wird sonst schiefgehen.

Der Mensch tut derweil so, als wäre es das Normalste der Welt, dass da nun ein neuer Hund oder neue Katzen in der Wohnung sind. Je selbstverständlicher der Mensch diese Situation den Tieren kommuniziert, je unaufgeregter werden die Tiere reagieren. Die Regieanweisungen des Menschen sollten beiläufig aus dem Hintergrund erfolgen, nicht aufgeregt zwischen den Tieren rumspringend.
Was gar nicht geht, ist, die Aufmerksamkeit des Hundes aktiv auf die Katze zu lenken. "Oh, Bobby, guck mal da, das ist Kater Felix, dein neuer Kumpel!! Ja, da schau hin, da guck, ja, da freust du dich, gell!!!".
Richtig ist eine völlig ruhige und gelassene Haltung des Menschen, die den Tieren kommuniziert: "Ach, übrigens, wir haben einen neuen Mitbewohner. Alles ist ok und ich werde jetzt in Ruhe mein Buch lesen und möchte nicht gestört werden, denn es besteht kein Grund zur Aufregung".

Je beiläufiger neue Mitbewohner einander vorgestellt werden, desto besser. Denn sowohl bei Hund, als auch bei Katz gilt der Grundsatz: Mensch entscheidet und was Mensch entscheidet ist richtig.
Damit haben Katzenleute oft ein Problem. Die stellen sich dann hin oder springen aufgeregt zwischen Hund und Katz hin und her, babbeln wie ein Buch und gestikulieren wild und heizen die Stimmung unabsichtlich und mit den besten Absichten auf, weil sie halt kätzisches Ungehorsam gewohnt sind. "Oh schau mal, Kater Felix, das ist dein neuer Kumpel, der Fiffi. Der Fiffi tut dir nix, schau ihn doch mal an, nun guck schon!!! Du musst nicht fauchen und knurren, der ist gaaaaanz harmlos, jetzt guck doch endlich mal!!!! Und Hundi, guck mal, das ist dein neuer Freund, der Kater Felix, sag mal Hallo zum Kater Felix, komm mal her, Hundi und guck" und zack, schon sind sowohl Hund, als auch Katz auf 180.

Ein Hundemensch wird anders vorgehen, wenn er eine Katze ins Haus holt. Der wird dem Hund kommunizieren (damit meine ich nicht, was der Mensch jetzt wörtlich babbelt, sondern die Gesamtheit seiner Kommunikation dem Hund gegenüber, Stimme, Gestik, Mimik, Anspruchshaltung, also die Botschaft, die beim Hund ankommt): "Ach übrigens, bevor ich es vergesse, das ist Kater Felix. Der lebt jetzt hier. Ich geh jetzt kochen und du benimmst dich und wirst den Kater Felix mögen, denn der ist liiiiieb".
Ein Hundehalter diskutiert nicht mit seinem Tier, ob oder ob nicht. Was er sagt, das gilt. Ein Hundehalter weiss, dass ein Kommando ein Kommando und kein Vorschlag zum eventuellen Verhalten des Hundes ist und dass ein Endlos-Wortschwall für den Hund eine Geräuschkulisse, aber keine Aussage ist.

Was der Hund nach dem ersten Kennenlernen als Zweites begreifen muss: wenn die Katze in Ruhe gelassen werden will, hat der Hund die Aufforderungen zum Spielen einzustellen und wenn die Katze gerade nicht beschnüffelt werden will, hat der Hund das Beschnüffeln einzustellen.

Aus dem Grund (der Hund hat keinerlei Kontrollfunktion im Haus, das hat alleine der Hundehalter) ist der Ruheplatz des Hundes auf keinen Fall auf oder am Hauptverkehrsweg in der Wohnung (zwischen Küche und Wohnzimmer oder im Flur, von dem alle Zimmer abgehen o.ä), sondern an einer Stelle, wo er eben NICHT die dauernde Kontrolle über die Vorgänge in der Wohnung hat.

Liebe Katzenmenschen, wenn ihr euch also einen Hund anschaffen wollt, dann bitte lest vorher einige Bücher über Hundeerziehung, geht zu einer (guten!**) Hundeschule und schaut da öfter mal zu, geht mit Hunden aus dem Tierheim oder mit Bekannten, die einen Hund haben spazieren. Hunde einfach nur gerne haben reicht nicht aus, um ein vernünftiger Hundehalter zu sein.
Das endet sonst leider oft darin, dass der Mensch einen völlig unerzogenen, dauerkläffenden und nicht ausgelasteten Fiffi an der Flexileine (grusel) hinter sich her zerrt. 
**damit meine ich nicht eine dieser wie Pilze aus dem Boden schiessenden, als Hundeschule getarnten Hausfrauen-Treffs, wo Lieschen Müller ihre erst kürzlich angelesenen Weisheiten von sich gibt. Sondern kompetente Ausbilder mit nachweisbarer Qualifikation.


Übrigens ist meine Theorie schon immer die, dass meine Katzenbande auch untereinander so eine Friede-Freude-Eierkuchen-Bande ist, weil hier erst gar nicht die Diskussion aufkommt, ob sich die Katzen denn alle mögen und vertragen oder nicht. Hier gilt, was ich sage. Ende der Diskussion.
Meine Katzen sind unerzogen in dem Punkt, dass sie Käse vom Brötchen klauen, wenn ich nicht aufpasse und ihr Mittagsschläfchen auch gerne mal auf dem Esstisch abhalten und überhaupt tun und lassen, was ihnen gefällt. Aber: gezofft wird hier nicht, sonst Ärger. Da sie allen grossen Wert darauf legen, Muddis Liebling zu sein, geht das auch ganz einfach. Die sind nicht lieb, weil ich in ihren Augen die mordsmässige Autoritätsperson bin, sondern weil sie es recht machen wollen.
Nirgendwo auf der Welt ist es schöner, als bei Muddi (dafür muss Muddi natürlich auch was tun) und wer einmal nicht herkommen und mitspielen oder mitschmusen durfte, weil er vorher meinte, jemand anderem eine reinhauen zu müssen, der überlegt sich sehr gut, ob er nochmal der Paria sein will. Und nur so kann man Katzen zum friedlichen Miteinander 'erziehen'. Liebevoller Umgang und Aggro-Hansels werden durch nicht-Beachtung sanktioniert. Wer Stress macht, muss bei so schönen Dingen wie Gruppenkuscheln, Angelspielen und Vitaminpaste-Verteilungsrunden zugucken, wer nicht aggro ist, darf alles und ist immer willkommen und kriegt so viele Küsschen und Streicheleinheiten, wie er will.
Bei Hunden ist dieses Muddi-Gehabe völliger Dummfug und deshalb verdrehen Hundemenschen oft auch nur die Augen oder machen blöde Witze, wenn sie Katzenhalter über ihre Schnuckelhasenmauseschätzchen sprechen hören. Aber dazu hat der Hundemensch keinen Grund, denn Katz ist Katz und Hund ist Hund und was beim Hund richtig ist, ist bei der Katz zum Teil absolut verkehrt und andersrum.
Man kann beide Tierarten super zusammen halten, wenn man beiden gerecht wird und nicht Hund wie Katz oder Katz wie Hund behandelt.


Und das erlebe ich auch bei anderen Hundeleuten, in deren Haushalten sich mehrere Katzen tummeln. Die werden, trotzdem ihre Katzen nach Strich und Faden verwöhnt werden, von ihnen als Chef im Haus wahrgenommen, auch ohne autoritär zu sein. Die haben einfach die ganz selbstverständliche Haltung, dass sie der Chef im Haus sind und die Katzen tanzen ihnen zwar genauso auf der Nase rum, wie Katzen das halt tun, aber wenn es um Gezoffe geht, gibts nur einen im Haus, der sanktioniert, wenn ihm was nicht passt: der Mensch.
Und ja, Katzen akzeptieren das sehr wohl (wenn das Verhältnis Mensch-Katzen ein inniges ist), wenn auch aus anderer Motivation heraus, als Hunde das tun. Auch, wenn die hierarchischen Strukturen in einer Katzengesellschaft ganz anders aufgebaut sind und funktionieren als in einem Hunderudel.  Dass über Regeln (eigentlich gibt es nur eine einzige, die in Mehrkatzenhaushalten wichtig ist: hier wird nicht gezofft und nicht gemobbt) nicht diskutiert wird, das kapieren Katzen ganz wunderbar, wenn der Mensch es schafft, es ihnen begreiflich zu machen. 

Katzen- und Hundehaltung zusammen funktioniert ganz grossartig und ist eine Bereicherung für alle, für Hund, Katz und Mensch, wenn der Mensch es im Griff hat.

Und noch was: Hund-Katze-Zusammenführungen finde ich um ein Vielfaches einfacher, als Katze-Katze-Zusammenführungen.
Traut euch, ein Hund-Katzen-DreamTeam ist wirklich sehr einfach zu bewerkstelligen :) 


Montag, 1. August 2011

Gassigeh Gear

Es gibt zwei Kleidungsstücke, ohne die kann ich nicht. Ich trage sie, ausser bei Hitze und bei arger Kälte jeden Tag mehrmals. Nämlich immer dann, wenn ich mit Linda in Feld, Wald und Wiesen unterwegs bin.
Mit diesen Klamotten bin ich ober-spiessig, sie sind einfach lebenswichtig für mich.

Da wäre einmal die Barbour Jacke. Diese Wachsjacke kaufe ich seit vielen Jahren immer wieder, durchschnittlich alle drei Jahre ist eine totgetragen und muss ersetzt werden. Immer das gleiche Modell, immer die gleiche Farbe (Sandstone). 
Ich hab alles ausprobiert, High Tech Funktionsklamotten, Double Layer Fleece zum auseinanderbauen, Softshell mit Dingsbums-Membran.... alles Käse. Kein noch so moderner Kram kann die gute, alte Barbourjacke ersetzen. Man schwitzt darin nicht, man friert darin erst, wenn es wirklich saukalt ist, man kann mit ihr durchs Gestrüpp, ohne dass man irgendwo hängen bleibt, sie ist winddicht und wasserdicht, Dreck lässt sich einfach abbürsten, sie hat grosse Taschen, für alles, was man eben beim Laufen mit sich rumschleppt und, der wichtigste Punkt von allen: sie hat diese für mich absolut unverzichtbaren Taschen für die Hände, in der genau richtigen Höhe, um bequem die Pfötchen drin zu verstauen.

Ich bin der Mensch, der die Hände immer den Hosentaschen stecken hat. Ganz schlimm. Und sobald ich eine Jacke trage, verschwinden die Grabbelfingerchen eben in den Jackentaschen. Ich finde es höllisch unbequem, die Arme einfach runterhängen zu lassen, ich brauche Taschen. Und die müssen bei Gassigeh-Jacken in der richtigen Höhe angebracht sein, nicht zu hoch, nicht zu tief. Das schafft eben nur Barbour ("Handwärmertaschen" heisst das bei denen), bei allen anderen Jacken sind die Taschen zu tief angebracht für die kurzen Ärmchen und ich kann die Hände nicht bequem in den Jackentaschen parken.

Der zweitwichtigste Punkt: diese Jacken sind geräuschlos. Sie rascheln und knistern nicht, wie die meisten dieser supidupi Funktionsklamotten. Die Leute, die diese Klamotten tragen, laufen durch die Gegend und hören sich dabei an wie Butterbrotpapier. Ich hasse es.
Mein Mann steht ja total auf den High Tech Scheiss und jedesmal, wenn er seine bei Globetrotter für teuer Geld gekaufte Windjacke anzieht, krieg ich schon die Krise, bevor wir überhaupt aus dem Haus sind. Raschel-knister-raschel, g-r-ä-s-s-l-i-c-h ist das.
Laute Klamotten gehen gar nicht. 

Das ist mein Schätzchen, das noch ca. ein Jahr zu leben hat, bevor es erst kleine Löchlein bekommt und sich dann vollends auflöst:


Schon ziemlich abgewetzt und speckig, aber noch in gut in Schuss:


In ca. einem Jahr werde ich also losmarschieren und diese Jacke mal wieder kaufen gehen. Denn das schöne ist, der Hersteller ist genauso spiessig wie ich und wird diese Jacke auch noch in 100 Jahren in der gleichen Form und Qualität herstellen.

Etwas anders ist das mit Gassigeh-Schuhen. Da kriegt man ja jedes Jahr ein neues, oft verschlimmbessertes Modell präsentiert. Deshalb wechsle ich da quer durch alle Marken, Lowa, Salewa, Meindl, Salomon, Adidas.....
Die Schuhe müssen leicht sein, eine rutschfeste Sohle haben (Schafscheisse - und hier stehen auf den Deichen überall Schafe rum - ist rutschiger als Glatteis, ich schwörs euch :D ), die Sohle muss aber auch beweglich sein. Man darf nicht drin schwitzen, aber auch keine nassen Füssen kriegen, wenn man durch regennasses Gras marschiert.
Und ganz wichtig: sie müssen die gleiche Farbe haben wie die Jacke. *Tussi*

Im Wald sind so viele Clowns mit schreiend bunten Klamotten unterwegs, dass ich manchmal den Wunsch habe, spontan zu erblinden. Wie, um Gottes Willen, kann man auf die Idee kommen, eine schwarz-leuchtgelbe Jacke mit orangenem Pfoten-Emblem, kombiniert mit neongrün-grauen Schuhen würde an irgendeinem Menschen auf der Welt anders als deppig aussehen?

Wie komme ich ausgerechnet heute darauf? Ah, ja. Deshalb:


Meine derzeitigen Lieblings-Laufschuhe sind heute gestorben. Totgelaufen.
Ein Stück Sohle ist einfach rausgebrochen und der Schuh hat auf dem Heimweg solche Quietschgeräusche erzeugt, dass ich schon damit rechnete, von irgendwem angesprochen und gefragt zu werden, ob ich ein Meerschweinchen in der Jackentasche hätte.

Ich mach mich jetzt auf die Suche nach neuen Schlappen. :/