Katzen sind Mädels und Kater sind Jungs. Logisch, bis dahin, gell? :D
Und Einzelkatzenhaltung ist grausam.
Was ist nun aber der Unterschied vom durchschnittlichen/typischen Kater zur durchschnittlichen/typischen Katze? (Durchschnittlich/typisch deshalb, weil Ausnahmen gibts hüben wie drüben natürlich zu Hauf)
Aus menschlicher Sicht: Kater sind oft aufdringlicher, bzw. heischen mehr um Aufmerksamkeit als Katzen. "Kater, ich hab gerade keine Zeit, lass mich mal eben in Ruhe" ist viel schwieriger als "Katze, komm später wieder, ich hab zu tun".
Katern muss man eeewig bestätigen, was für tolle Kerlchen sie sind. Ihr Selbstbewusstsein bekommt schnell mal einen Knacks, wenn sie das Gefühl haben, sie könnten in den Augen des Menschen nicht die Allertollsten sein.
Bei Katzen ist die Reaktion übersetzt eher so: "Menno! Gemein! Pft, dann geh ich halt alleine spielen oder such mir jemand anderen zum schmusen.", bei Katern eher so: "Mennoooo! Immer wenn ICH schmusen will, heisst es 'keine Zeit', für ALLE anderen hat sie Zeit, nur für MICH NIE!!!! *räääähbäääääh-flenn-tob-heul*"
Und dann folgt meistens eine oskarreife Darstellung von "Die Leiden des jungen Katers", frei nach Goethe.
Kater sind Dramaqueens.
Katzen sind da grosszügiger. Die beziehen nicht alles auf sich und fangen nicht sofort an, suizidal zu werden, nur weil man gerade mal was zur Finanzierung des Katzenfutters tun muss und nicht in epischer Breite Oden auf das Katertier singen kann.
Warum ich das hier aber tippsle, hat weniger mit den Menschen zu tun, als mit den Tieren. Da gibts nämlich oft Stress zwischen den Geschlechtern und unterschiedlichen Charakteren, weil die Leute denken, och, eine Katze habe ich schon, dann hole ich noch einen Kater dazu. Und dann machts KAWUMM.
Kater und Katzen haben unterschiedliches Spielverhalten. Kater sind Raufbolde, Grobis, die sich gerne kloppen und catchen. Katzenmädels spielen gerne Fangen, Verstecken und Guggug-ich-seh-dich.
Gehen wir mal mal vom Guggug-Spiel aus.
Katze-Kater:
Katzenmädel lauert unter dem Sessel, Kater läuft vorbei, Katzenmädel pfötelt nach ihm: Guggug!
Kater freut sich über die Aufforderdung zum Spiel und schiesst mit Karacho unter den Sessel, batscht das Katzenmädel unterm Sessel vor und springt ihr ins Kreuz. Juhu, schlägern!
Katzenmädel zieht beleidgt ab. Kater ist gefrustet.
Katze-Katze:
Katzenmädel-1 lauert unter dem Sessel. Zweites Katzenmädel läuft vorbei und wird angepfötelt: Guggug!
Mädel-2 hopst in die Luft, tut erschreckt und rast los. Mädel-1 rast hinterher, beide denken "juhu, Fangen spielen" und ab gehts in die Steilwandkurve, aka Sofa. Dann rast Mädel-2 unter den Schrank und wartet bis Mädel-1 sie gefunden hat. Und weiter gehts mit Vollgas.
Kater-Kater:
Kater-1 hockt unterm Sessel und lauert. Kater-2 läuft vorbei. Kater-1 langt unterm Sessel vor und brettert die Pranke auf den Hintern von Kater-2. Der dreht um, schiesst ebenfalls unter den Sessel und beide kullern ineineinder verkeilt durchs Wohnzimmer. Der eine nimmt den anderen in den Schwitzkasten und wirf ihn auf den Rücken, nur um Sekundenbruchteile später vom anderen angesprungen und ebenfalls aufs Kreuz gelegt zu werden. Catchen vom Feinsten, absolut nach Katergeschmack.
Und solche Situationen gibts auch beim Gang aufs Katzenklo.
Katze läuft Richtung Katzenklo. Kater fängt sie unterwegs ab und will raufen. Katze ist angekotzt und haut ab, zurück auf den Kratzbaum. Kurz darauf versucht sie nochmal, unbehelligt zum Katzenklo zu kommen, aber wieder lauert ihr der Kater auf.
Katze ist - im wahrsten Sinne des Wortes - angepisst und macht genau das: sie sucht sich eine Ecke, wo der Kater ihr nicht auflauert und pinkelt eben dorthin.
Klo-Mobbing kommt meistens zwischen Kater und Katze vor. Ein zweiter Kater würde dem ersten einfach einen Dong verabreichen und danach in aller Ruhe das Katzenklo aufsuchen und erledigen, was zu erledigen ist.
Es gibt natürlich auch Katzen, die lieber katerig spielen. Luzie ist so eine. Catchen ist für sie das Allergrösste.
Die schlendert mit *flöt, ich hab nix Fieses vor"-Blick auf Fiete zu, der weiss natürlich, was Sache ist und geht schon mal in Stellung. Kurz vor ihm hopst sie los und landet mit allen Vieren auf Fiete. Dann hält sie ihn mit den Vorderpfoten und tritt ihm die Hinterbeine in den Bauch und beisst ihn in die Backe. Am Schluss hauen sich beide mit den Pfoten auf den Kopf, gucken böse (das gehört unbedingt dazu :D ) und gehen in verschiedene Richtungen davon. Nur, um keine zwei Minuten später wieder freudestrahlend übereinander her zu fallen. Haben sie sich ausgetobt, liegen sie Arschi an Arschi zusammen in der Sonne wie zwei kleine Friedensengelchen. So macht sie das auch mit Franzi und sogar Anton, der mit NIEMANDEM rauft, ausser mit Luzie. Ihr zuliebe.
Hannes dagegen ist eher ein Mädchen beim Spielen. Der will nicht raufen und catchen. Der will rennen und Dinge rumtragen. Vor allem Letzteres. Socken, Handschuhe, Haarspangen, alles was getragen werden kann, findet er super. Oder seine Stoff-Sonnenblume. Die schleppt er jetzt seit zwei Jahren mit sich herum. Es sieht hochgradig schwuppig aus, wenn er mit der Riesenblume im Mäulchen durchs Haus läuft.... aber er liebt es.
Hier, bei 11 Katzen, sind die Unterschiede im Spielverhalten total schnurz. Jeder findet sein Gegenstück, irgendwer hat immer gerade Lust zu catchen oder zu rennen.
Schwierig wird das bei Leuten, die nur zwei Katzen haben. Da sollte bei der Auswahl der Zweitkatze gründlich überlegt werden, was zur Erstkatze passen würde. Es macht keinen Sinn, uuuuuunbedingt ein junges Katerchen zu wollen, wenn die Erstkatze eine gemütliche alte Katzenoma ist, die keinen Bock auf Geprügel hat.
Wenn man zwei Kitten holen möchte, dann bitte kein typisches Katzenmädchen mit einem typischen Kater zusammen. Das geht gut in den ersten Wochen, weil eben beide noch Babies sind. Dann wird es schwierig, weil der typische Katerjüngling sich nicht am Katzenmädel austoben kann, ohne es platt zu machen.
Wenn man einen Rennspiele bevorzugenden Kater hat, dann bitte keinen Raufbold dazu holen. Und andersrum.
Ein Kater-Katze Duo kann super harmonisch sein, wenn das Spielverhalten der beiden zusammen passt. Tut es das nicht, wird es - im Zweifelsfall für das Katzenmädchen - zur Tortour.
Was ich eigentlich sagen möchte: Bitte schaltet das Hirn ein, wenn ihr eine zweite oder dritte Katze dazu holt. Und richtet euch nach den Katzen und nicht danach, dass ihr zu einem Kater soooooo gerne ein Katze haben wollt oder über einen wunderschönen roten katerigen Kater gestolpert seid und schon immer einen roten Kater haben wolltet, aber ein ganz sanftes Katzenmädel zu Hause habt.
Ich kann es nicht mehr hören und lesen, dass aus Dummheit/Egoismus/Unwissenheit zwei Katzen zusammengeschmissen werden, die sich dann das Leben zur Hölle machen. Weil das einfach nicht sein muss. Und man aus einem katerigen Kater niemals ein einen Kater machen kann, der lieber wie ein Mädchen spielt.
Sooooo oft lese ich, dass der böse Kater die arme Katze mobbt und dann wird gefragt, wie man den Kater denn erziehen könnte. GAR NICHT. Er ist wie er ist und das ist vollig ok so. Mensch hat Scheisse gebaut bei der Auswahl der Zweitkatze.
Und noch was. Meist wird dann überlegt, das dominante Tier weg zu geben. Denn es ist ja "das Böse". Oft wäre das Problem viel schöner zu lösen, falls Platz und Finanzen es erlauben, einfach eine dritte oder vierte Katze dazu zu holen, anstatt eine weg zu geben.
Ein Raufbold wird sich viel lieber mit einem zweiten Raufbold beschäftigen, als eine unwillige Friedkatze zu belästigen. Und nein, es ist auch eher unwahrscheinlich, dass die beiden Raufbolde sich dann gegen die Friedkatz verbünden und sie es doppelt so schwer hat. Die beiden Catcher lasten sich aus und die Friedkatz wird für sie langweilig. Wobei es für Letztere natürlich schön wäre, sie hätte die Gesellschaft eines zweiten Friedenstäubchens.
Deshalb: beobachtet eure Katzen sehr genau. Lernt sie gut kennen. Und stellt eure eigenen Wünsche in den Hintergrund, wenn ihr eine weitere Katze dazu holen wollt. Richtet euch nach der/den vorhandenen Katzen. DIE müssen zusammenleben, ihr seid bei dem ganzen Schlamassel, das ihr mit falscher Auswahl anrichtet, zwar die Genervten, aber nicht die Leidtragenden. ;)
Mittwoch, 29. Juni 2011
Montag, 27. Juni 2011
Der Umgang mit Wildlingen und seeehr scheuen Katzen
Wenn man sich dazu entschliesst, Wildlinge oder sehr scheue Katzen (z.B. vom Auslandstierschutz) zu sich holen, braucht man Geduld. Hat man die nicht, soll man die Finger von solchen Tieren lassen.
Und mit Geduld meine ich: Geduld-Geduld-Geduld-GEDULD!
Was mir sehr wichtig ist: es lohnt sich.
Es gibt nichts Schöneres, als einer (falls man schon eine Erstkatze hat) oder zwei Angstkatzen (Einzelkatzenhaltung in der Wohnung ist auch bei solchen Katzen nichts anderes als Tierquälerei) dabei zu helfen, ihre Angst zu überwinden. Ich sitze hier inmitten von ehemaligen Wildlingen, die zu klettenartigen Schosskatzen mutierten. Manchmal so klettig, dass es äääächt anstrengend ist. ;)
(ich krieg irgendwann einen Tennisarm, weil es nur selten vorkommt, dass gerade keiner an mir dran hängt und getragen werden will)
Wie fängt man es nun an, wenn ein Wildling oder eine Angstkatze einziehen?
Man bereitet einen Raum vor. Das kann durchaus auch ein Mini-Räumchen sein, je übersichtlicher für das Tier, desto besser. Vom Wohnzimmer rate ich ab, es sei denn, man ist bereit, das Wohnzimmer anfangs hauptsächlich der Katze zu überlassen und auf TV-Gucken und Musikhören zu verzichten. Oder einen Kopfhörer zu benutzen.
In diesen Raum stellt man in eine Ecke ein Katzenklo (kein Haubenklo, sondern ein offenes Katzenklo), besser aber noch zwei Katzenklos. Möglichst weit vom Katzenklo entfernt stellt man den Futternapf. Der Wassernapf sollte in einer weiteren Ecke des Raumes untergebracht werden.
Dann kommt noch ein Kratzbrett (falls man Kratzbaum nicht rumschleppen will) und ein Kuschelbettchen dazu. Ebenso ein paar Spielsachen, die keine Geräusche machen. Also keine Bällchen mit Glöckchen oder Rasselmäuse oder so. Sondern geräuschlose Spielsachen.
Fertig ist das Katzenzimmer und das Angsthäschen kann einziehen.
Oh, halt. Was vergessen: Falls Möbel in dem Raum stehen, unter die die Katze krabbeln und sich dort verstecken kann, sollte man diese mit Büchern oder Brettern verbarrikadieren. Es ist nicht hilfreich, wenn sich die Angstkatze unter einem Möbelstück verkriecht und immer nur die Füsse und Beine des Menschen sieht. Denn, wie soll man da mit ihr Kontakt aufnehmen, ohne dauernd flach auf dem Bauch auf dem Boden zu liegen?
Also, alles worunter die Katze sich verstecken könnte, abdichten. Ihr Rückzugsort ist die Kuschelhöhle oder der Kennel mit der abmontierten Türe, weil von dort aus kann sie sehen, was sie sehen soll und hat trotzdem einen geschützten Rückzugsort.
Die ersten ein oder zwei Tage sollte man die Katze in Ruhe lassen. Nicht lange bequatschen und schon gar nicht versuchen, sie zum Spielen aufzufordern. Die Spielsachen im Raum sind nur dazu da, dass sie sich damit beschäftigen kann, wenn sie alleine ist und das möchte.
So weit, so einfach. Jetzt kommt der schwierige Teil. Man muss SICH SELBST beobachten.
Folgendes sollte vermieden werden:
- Keine raschelnden Klamotten
- Keine schnellen Bewegungen. Man sollte sich in dem Zimmer, in dem die Angstkatze einquartiert ist, wie in Zeitlupe bewegen. Ohne Spass, das ist wichtig.
- auf Hartböden keine "lauten" Schuhe, die bei jedem Schritt klackern.
Ist der Angsthas nun also eingezogen, lässt man ihn erstmal zwei Tage in Ruhe. Ab und zu mal in den Raum gehen, Futter bringen, Wasser wechseln und Katzenklo putzen und dabei leise mit der Katze reden. Das wars.
So ungefähr am dritten Tag fängt man dann an, Kontakt aufzunehmen. Schnappt euch ein Buch, setzt euch zu der Katze ins Zimmer, möglichst so, dass sie euch von ihrem Versteck/der Kuschelhöhle aus sehen kann.
Lest ihr vor, erzählt ihr Geschichten und babbelt sie an. Sobald sie in eure Richtung schaut, solltet ihr blinzeln. Also laaaangsam die Augen auf und zu machen. Das heisst auf kätzisch: ist alles ok, passiert nix, ich tu dir nix, du kannst mir vertrauen.
Und piepen. Und babbeln. Lacht ihr manchmal Mütter aus, die mit ihren Zwergen in dieser Mutter-Baby-Sprache plappern? Nun denn, genau dieses Deideidei-Geplapper und anpiepen ist genau das Richtige, um Kontakt zu Angsthasenkatzen aufzunehmen. Los, traut euch! Je alberner, desto besser. Wildlinge und Panikkatzen lieben das. Es beruhigt sie, denn, so lange ihr euch lieb anhört, habt ihr nicht vor, ihr den Hals umzudrehen. Und damit rechnen Angstkatzen und Wildllinge ständig. Wer leise singt und Babysprache babbelt, der hat nix Böses im Sinn.
Liedchen leise vorsingen ist auch super.
Und nein, ich bin nicht völlig durchgeknallt. Das alles hat seinen Sinn, glaubt es mir einfach. Und es wirkt.
Dann kann man ganz laaaangsam auch anfangen, die steif und starr vor Angst in der Höhle hockende Katze zu aktivieren. Am besten eignet sich dazu das Kissen-Pinsel-Spiel. Das ist das Beste von allen Spielen am Anfang, weil es sehr ruhig ist, der Mensch sich dabei nicht bewegen muss und die Katze (die noch total angespannt bis verkrampft ist) sich dafür nicht frei im Raum bewegen mus, was sie zu dem Zeitpunkt eh noch nicht machen würde.
Das Kissen-Pinsel-Spiel geht so: Man nimmt ein grosses Kissen und einen Pinsel. Das kann ein Wasserfarbenpinsel oder ein kleinerer Malerpinsel oder ein Kosmetikpinsel sein. Langer Stiel ist von Vorteil.
Kissen (mit Abstand natürlich) vor die Katze legen, bzw. deren Kuschelhöhle und den Pinsel unter dem Kissen langsam bewegen und vorgucken lassen.
Weil ich das nicht wirklich gut erklären kann, habe ich eben mit Fiete, unserem Versuchstier ein kurzes Video gedreht:
Fiete ist natürlich alles andere als eine Angstkatze, sondern das genaue Gegenteil. Aber es geht ja nur um das Kissen und den Pinsel, nicht um den kleinen Wichtigtuer und ich konnte das Filmchen nicht mit einer anderen Katze machen, weil Mr. Wichtig sich dauernd vorgedrängelt hat. Der platzt eines Tages noch vor lauter Wichtigkeit. :D
Wichtig: das Kissen muss ruhig liegen. Es dient der Katze als quasi-Schutzwall, sie sieht die Hand nicht und hat etwas zwischen sich und dem Menschen.
Erstmal wird sie nur den Pinsel beobachten und nicht pföteln. Wenn sie interessiert den Pinsel mit den Augen verfolgt, dann das Kissen auf Pfotenreichweite legen. Irgendwann wird sie ganz vorsichtig erst den Pinsel bepföteln und dann Angst vor der eigenen Courage bekommen und erstmal wieder nur gucken.
Geduld. Auf einen Fortschritt folgt oft ein kleiner Rückschritt. Das ist völlig normal und immer so. Aber sie wird mit der Zeit mutiger werden.
Was man ab-so-lut unterlassen sollte: Nach der Katze zu fassen. Finger weg! Angefasst wird erst, wenn sie will. Vorher nicht.
So lange die Katze nicht eindeutig (!) von sich aus will, verursacht nach ihr greifen oder fassen nur eines: einen Riesenrückschritt beim Abbau von Misstrauen und Angst. Auch nicht dann mal probieren, wenn sie irgendwo liegt und schläft. Natürlich hat man das Bedürfnis, sie eeeeendlich mal zu streicheln. Aber: Nicht anfassen. Auf keinen Fall. Und wenn es noch so sehr in den Fingern kribbelt.
Man sollte versuchen, einer ängstlichen Katze gegenüber immer (!), also wirklich IMMER signalisieren, dass man sie mag, dass man ihr nichts tun wird und dass sie keine Angst haben muss. Und wenn man am Tag 500 mal in der Wohnung an der Katze vorbei läuft, dann sagt man eben 500 mal ein freundliches Wort zu ihr,
bequakt sie 500 mal und blinzelt 500 mal.
Was auch super ist, sind Rituale. Rituale sind eh das Grösste, wenn man Tiere hat. Tiere, egal welche, lieben sie. Es sind alles kleine Spiesser, die durch regelmässig wiederkehrende Rituale Sicherheit bekommen oder einfach Spass daran haben. Weil sie wissen "oh, jetzt kommt dies und das".
Bei Wildlingen bietet sich natürlich an, ein Futterritual einzuführen. Man nehme einen Kochlöffel aus Holz (weil nicht so rutschig wie einer aus Plastik) mit einem langen Stil. Je länger, desto besser, weil Abstand zur Hand grösser. Kann man auch mit einem Bambus-Dingsbums, diese Stäbchen eben, verlängern.
Kurz vor der Fütterungszeit (denn da sind sie am hungristen :D ) gibt es dann z.B. Vitaminpaste oder ein Leckerli oder halt das, worauf die Katze total abfährt, auf dem Holzlöffel angeboten. Mit der Zeit kann man laaaangsam damit die Katze etwas näher an sich ran locken. Man fängt mit ausgestrecktem Arm an, und dann eben immer näher. Aber in winzigsten Schrittchen.
Falls der Angsthas sich nicht traut, versucht man es mit dem Kissen. Also genauso wie beim Kissen-Pinsel-Spiel. Das Kissen dient als Schutzwall für die Katze.
Das funktioniert natürlich nur, wenn der Katze nicht dauernd Futter zur Verfügung steht. Aber das sollte es eh nicht. Zwei bis dreimal täglich (bei Kitten natürlich dementsprechend öfter) gibts was. Dann wird gefressen, soviel rein passt. Sie müssen sich so richtig satt futtern können. Ewig hungrige Katzen sind ewig unentspannte Katzen. Feste Futterzeiten sind wichtig.
Wenn der Angsthas so langsam etwas auftaut, kann man die Spielangel einsetzen. Aber nicht in der Luft, sondern nur auf dem Boden. Oder Leckerli über den Boden rollen. Oder Bällchen. Nichts werfen oder mit irgendwas in der Luft rumfuchteln, nur über den Boden kullern oder ziehen.
Und bei alledem, egal was man macht, kommunziert man mit der Katze. Sobald sie einen anschaut, piept man sie an (wir erinnern uns, das Mama-Baby-Getue, gell? "Du kleines Stinkerl, guck mal, willst du das? Du süsser kleiner Zuckerhase" - so in der Art eben. Immer!), man blinzelt was das Zeug hält und bewegt sich immer laaaaangsam an der Katze vorbei. Wer gedankenlos durch die Bude galoppiert und den Angsthas ein ums andere mal damit erschreckt, hat ganz schlechte Karten.
Parties sollte man in der Wohnung auch nicht stattfinden lassen, is klar, ne?
Kleines Kind im Haus? Finger weg von Wildlingen oder Angstkatzen.
Wenn euer Mann/Freund/Frau/whatever nicht 100% mitspielt, dann lasst es. Es bringt nix, wenn einer mit dem Arsch einreisst, was der andere mit den Händen aufbaut.
Und wenn ihr das alles macht und zwar mit Herz und Liebe und Geduld-Geduld-Geduld habt, auch wenns länger oder sogar lange (Monate können das sein) dauert, dann verspreche ich euch (ernst gemeint!), dass ihr am Ende vielleicht keine Schosskatze haben werdet, aber eine Katze, die sich anfassen lässt und die euch von Herzen dafür liebt, dass ihr ihr die Angst genommen habt.
Wenn ihr Pech habt, habt ihr danach eine Klette, wie ich sie in vielfacher Ausführung habe. :D
Ehemalige Wildlinge haben eine Neigung, zu Kletten zu werden. Mir kommt es so vor, als wenn bei den Katzen die Angst erstmal besiegt ist, sie alles-alles-alles nachholen müssen, was sie an Schmuseeinheiten und Aufmerksamkeit in ihrem bisherigen Leben verpasst haben. Sie können gar nicht mehr aufhören, sich darüber zu freuen, dass sie keine Angst mehr haben müssen. Sie mutieren dann gerne zu Aufmerksamkeits-Junkies, die depri werden, wenn sie sich vernachlässigt fühlen.
Keine Katze MÖCHTE Angst haben. Und wenn sie sich noch so anstellt, sie macht das nicht aus bösem Willen oder der Absicht, euch zu ärgern. Sie hat schlicht und einfach richtig grosse Angst. Immer dran denken, gell?
Und mit Geduld meine ich: Geduld-Geduld-Geduld-GEDULD!
Was mir sehr wichtig ist: es lohnt sich.
Es gibt nichts Schöneres, als einer (falls man schon eine Erstkatze hat) oder zwei Angstkatzen (Einzelkatzenhaltung in der Wohnung ist auch bei solchen Katzen nichts anderes als Tierquälerei) dabei zu helfen, ihre Angst zu überwinden. Ich sitze hier inmitten von ehemaligen Wildlingen, die zu klettenartigen Schosskatzen mutierten. Manchmal so klettig, dass es äääächt anstrengend ist. ;)
(ich krieg irgendwann einen Tennisarm, weil es nur selten vorkommt, dass gerade keiner an mir dran hängt und getragen werden will)
Wie fängt man es nun an, wenn ein Wildling oder eine Angstkatze einziehen?
Man bereitet einen Raum vor. Das kann durchaus auch ein Mini-Räumchen sein, je übersichtlicher für das Tier, desto besser. Vom Wohnzimmer rate ich ab, es sei denn, man ist bereit, das Wohnzimmer anfangs hauptsächlich der Katze zu überlassen und auf TV-Gucken und Musikhören zu verzichten. Oder einen Kopfhörer zu benutzen.
In diesen Raum stellt man in eine Ecke ein Katzenklo (kein Haubenklo, sondern ein offenes Katzenklo), besser aber noch zwei Katzenklos. Möglichst weit vom Katzenklo entfernt stellt man den Futternapf. Der Wassernapf sollte in einer weiteren Ecke des Raumes untergebracht werden.
Dann kommt noch ein Kratzbrett (falls man Kratzbaum nicht rumschleppen will) und ein Kuschelbettchen dazu. Ebenso ein paar Spielsachen, die keine Geräusche machen. Also keine Bällchen mit Glöckchen oder Rasselmäuse oder so. Sondern geräuschlose Spielsachen.
Fertig ist das Katzenzimmer und das Angsthäschen kann einziehen.
Oh, halt. Was vergessen: Falls Möbel in dem Raum stehen, unter die die Katze krabbeln und sich dort verstecken kann, sollte man diese mit Büchern oder Brettern verbarrikadieren. Es ist nicht hilfreich, wenn sich die Angstkatze unter einem Möbelstück verkriecht und immer nur die Füsse und Beine des Menschen sieht. Denn, wie soll man da mit ihr Kontakt aufnehmen, ohne dauernd flach auf dem Bauch auf dem Boden zu liegen?
Also, alles worunter die Katze sich verstecken könnte, abdichten. Ihr Rückzugsort ist die Kuschelhöhle oder der Kennel mit der abmontierten Türe, weil von dort aus kann sie sehen, was sie sehen soll und hat trotzdem einen geschützten Rückzugsort.
Die ersten ein oder zwei Tage sollte man die Katze in Ruhe lassen. Nicht lange bequatschen und schon gar nicht versuchen, sie zum Spielen aufzufordern. Die Spielsachen im Raum sind nur dazu da, dass sie sich damit beschäftigen kann, wenn sie alleine ist und das möchte.
So weit, so einfach. Jetzt kommt der schwierige Teil. Man muss SICH SELBST beobachten.
Folgendes sollte vermieden werden:
- Keine raschelnden Klamotten
- Keine schnellen Bewegungen. Man sollte sich in dem Zimmer, in dem die Angstkatze einquartiert ist, wie in Zeitlupe bewegen. Ohne Spass, das ist wichtig.
- auf Hartböden keine "lauten" Schuhe, die bei jedem Schritt klackern.
Ist der Angsthas nun also eingezogen, lässt man ihn erstmal zwei Tage in Ruhe. Ab und zu mal in den Raum gehen, Futter bringen, Wasser wechseln und Katzenklo putzen und dabei leise mit der Katze reden. Das wars.
So ungefähr am dritten Tag fängt man dann an, Kontakt aufzunehmen. Schnappt euch ein Buch, setzt euch zu der Katze ins Zimmer, möglichst so, dass sie euch von ihrem Versteck/der Kuschelhöhle aus sehen kann.
Lest ihr vor, erzählt ihr Geschichten und babbelt sie an. Sobald sie in eure Richtung schaut, solltet ihr blinzeln. Also laaaangsam die Augen auf und zu machen. Das heisst auf kätzisch: ist alles ok, passiert nix, ich tu dir nix, du kannst mir vertrauen.
Und piepen. Und babbeln. Lacht ihr manchmal Mütter aus, die mit ihren Zwergen in dieser Mutter-Baby-Sprache plappern? Nun denn, genau dieses Deideidei-Geplapper und anpiepen ist genau das Richtige, um Kontakt zu Angsthasenkatzen aufzunehmen. Los, traut euch! Je alberner, desto besser. Wildlinge und Panikkatzen lieben das. Es beruhigt sie, denn, so lange ihr euch lieb anhört, habt ihr nicht vor, ihr den Hals umzudrehen. Und damit rechnen Angstkatzen und Wildllinge ständig. Wer leise singt und Babysprache babbelt, der hat nix Böses im Sinn.
Liedchen leise vorsingen ist auch super.
Und nein, ich bin nicht völlig durchgeknallt. Das alles hat seinen Sinn, glaubt es mir einfach. Und es wirkt.
Dann kann man ganz laaaangsam auch anfangen, die steif und starr vor Angst in der Höhle hockende Katze zu aktivieren. Am besten eignet sich dazu das Kissen-Pinsel-Spiel. Das ist das Beste von allen Spielen am Anfang, weil es sehr ruhig ist, der Mensch sich dabei nicht bewegen muss und die Katze (die noch total angespannt bis verkrampft ist) sich dafür nicht frei im Raum bewegen mus, was sie zu dem Zeitpunkt eh noch nicht machen würde.
Das Kissen-Pinsel-Spiel geht so: Man nimmt ein grosses Kissen und einen Pinsel. Das kann ein Wasserfarbenpinsel oder ein kleinerer Malerpinsel oder ein Kosmetikpinsel sein. Langer Stiel ist von Vorteil.
Kissen (mit Abstand natürlich) vor die Katze legen, bzw. deren Kuschelhöhle und den Pinsel unter dem Kissen langsam bewegen und vorgucken lassen.
Weil ich das nicht wirklich gut erklären kann, habe ich eben mit Fiete, unserem Versuchstier ein kurzes Video gedreht:
Fiete ist natürlich alles andere als eine Angstkatze, sondern das genaue Gegenteil. Aber es geht ja nur um das Kissen und den Pinsel, nicht um den kleinen Wichtigtuer und ich konnte das Filmchen nicht mit einer anderen Katze machen, weil Mr. Wichtig sich dauernd vorgedrängelt hat. Der platzt eines Tages noch vor lauter Wichtigkeit. :D
Wichtig: das Kissen muss ruhig liegen. Es dient der Katze als quasi-Schutzwall, sie sieht die Hand nicht und hat etwas zwischen sich und dem Menschen.
Erstmal wird sie nur den Pinsel beobachten und nicht pföteln. Wenn sie interessiert den Pinsel mit den Augen verfolgt, dann das Kissen auf Pfotenreichweite legen. Irgendwann wird sie ganz vorsichtig erst den Pinsel bepföteln und dann Angst vor der eigenen Courage bekommen und erstmal wieder nur gucken.
Geduld. Auf einen Fortschritt folgt oft ein kleiner Rückschritt. Das ist völlig normal und immer so. Aber sie wird mit der Zeit mutiger werden.
Was man ab-so-lut unterlassen sollte: Nach der Katze zu fassen. Finger weg! Angefasst wird erst, wenn sie will. Vorher nicht.
So lange die Katze nicht eindeutig (!) von sich aus will, verursacht nach ihr greifen oder fassen nur eines: einen Riesenrückschritt beim Abbau von Misstrauen und Angst. Auch nicht dann mal probieren, wenn sie irgendwo liegt und schläft. Natürlich hat man das Bedürfnis, sie eeeeendlich mal zu streicheln. Aber: Nicht anfassen. Auf keinen Fall. Und wenn es noch so sehr in den Fingern kribbelt.
Man sollte versuchen, einer ängstlichen Katze gegenüber immer (!), also wirklich IMMER signalisieren, dass man sie mag, dass man ihr nichts tun wird und dass sie keine Angst haben muss. Und wenn man am Tag 500 mal in der Wohnung an der Katze vorbei läuft, dann sagt man eben 500 mal ein freundliches Wort zu ihr,
bequakt sie 500 mal und blinzelt 500 mal.
Was auch super ist, sind Rituale. Rituale sind eh das Grösste, wenn man Tiere hat. Tiere, egal welche, lieben sie. Es sind alles kleine Spiesser, die durch regelmässig wiederkehrende Rituale Sicherheit bekommen oder einfach Spass daran haben. Weil sie wissen "oh, jetzt kommt dies und das".
Bei Wildlingen bietet sich natürlich an, ein Futterritual einzuführen. Man nehme einen Kochlöffel aus Holz (weil nicht so rutschig wie einer aus Plastik) mit einem langen Stil. Je länger, desto besser, weil Abstand zur Hand grösser. Kann man auch mit einem Bambus-Dingsbums, diese Stäbchen eben, verlängern.
Kurz vor der Fütterungszeit (denn da sind sie am hungristen :D ) gibt es dann z.B. Vitaminpaste oder ein Leckerli oder halt das, worauf die Katze total abfährt, auf dem Holzlöffel angeboten. Mit der Zeit kann man laaaangsam damit die Katze etwas näher an sich ran locken. Man fängt mit ausgestrecktem Arm an, und dann eben immer näher. Aber in winzigsten Schrittchen.
Falls der Angsthas sich nicht traut, versucht man es mit dem Kissen. Also genauso wie beim Kissen-Pinsel-Spiel. Das Kissen dient als Schutzwall für die Katze.
Das funktioniert natürlich nur, wenn der Katze nicht dauernd Futter zur Verfügung steht. Aber das sollte es eh nicht. Zwei bis dreimal täglich (bei Kitten natürlich dementsprechend öfter) gibts was. Dann wird gefressen, soviel rein passt. Sie müssen sich so richtig satt futtern können. Ewig hungrige Katzen sind ewig unentspannte Katzen. Feste Futterzeiten sind wichtig.
Wenn der Angsthas so langsam etwas auftaut, kann man die Spielangel einsetzen. Aber nicht in der Luft, sondern nur auf dem Boden. Oder Leckerli über den Boden rollen. Oder Bällchen. Nichts werfen oder mit irgendwas in der Luft rumfuchteln, nur über den Boden kullern oder ziehen.
Und bei alledem, egal was man macht, kommunziert man mit der Katze. Sobald sie einen anschaut, piept man sie an (wir erinnern uns, das Mama-Baby-Getue, gell? "Du kleines Stinkerl, guck mal, willst du das? Du süsser kleiner Zuckerhase" - so in der Art eben. Immer!), man blinzelt was das Zeug hält und bewegt sich immer laaaaangsam an der Katze vorbei. Wer gedankenlos durch die Bude galoppiert und den Angsthas ein ums andere mal damit erschreckt, hat ganz schlechte Karten.
Parties sollte man in der Wohnung auch nicht stattfinden lassen, is klar, ne?
Kleines Kind im Haus? Finger weg von Wildlingen oder Angstkatzen.
Wenn euer Mann/Freund/Frau/whatever nicht 100% mitspielt, dann lasst es. Es bringt nix, wenn einer mit dem Arsch einreisst, was der andere mit den Händen aufbaut.
Und wenn ihr das alles macht und zwar mit Herz und Liebe und Geduld-Geduld-Geduld habt, auch wenns länger oder sogar lange (Monate können das sein) dauert, dann verspreche ich euch (ernst gemeint!), dass ihr am Ende vielleicht keine Schosskatze haben werdet, aber eine Katze, die sich anfassen lässt und die euch von Herzen dafür liebt, dass ihr ihr die Angst genommen habt.
Wenn ihr Pech habt, habt ihr danach eine Klette, wie ich sie in vielfacher Ausführung habe. :D
Ehemalige Wildlinge haben eine Neigung, zu Kletten zu werden. Mir kommt es so vor, als wenn bei den Katzen die Angst erstmal besiegt ist, sie alles-alles-alles nachholen müssen, was sie an Schmuseeinheiten und Aufmerksamkeit in ihrem bisherigen Leben verpasst haben. Sie können gar nicht mehr aufhören, sich darüber zu freuen, dass sie keine Angst mehr haben müssen. Sie mutieren dann gerne zu Aufmerksamkeits-Junkies, die depri werden, wenn sie sich vernachlässigt fühlen.
Keine Katze MÖCHTE Angst haben. Und wenn sie sich noch so anstellt, sie macht das nicht aus bösem Willen oder der Absicht, euch zu ärgern. Sie hat schlicht und einfach richtig grosse Angst. Immer dran denken, gell?
Sonntag, 26. Juni 2011
Gnaaagnagnagnaaaaa!
Ich hab gestern angefangen, ein Tsunami-artiges Posting über die Eingewöhnung von und den Umgang mit Wildlingen und Angstkatzen zu tippseln. So richtig ausführlich und mit allem PiPaPo.
Eben wollte ich weiterschreiben und musste feststellen, dass diese grottige Blog-Software den halben Beitrag gefressen hat. Verdammte Hacke, jetzt ist mir erstmal die Motivation dazu flöten gegangen und ich bin pestig.
Notiz an mich: Frustrationstoleranz bearbeiten. Wäre mal wieder von Nöten.
?(%&§"#/ !!!!!!!
Eben wollte ich weiterschreiben und musste feststellen, dass diese grottige Blog-Software den halben Beitrag gefressen hat. Verdammte Hacke, jetzt ist mir erstmal die Motivation dazu flöten gegangen und ich bin pestig.
Notiz an mich: Frustrationstoleranz bearbeiten. Wäre mal wieder von Nöten.
?(%&§"#/ !!!!!!!
Samstag, 25. Juni 2011
Grassoh? Grasseng!
Ich hab vorhin Tränen gelacht, als ich mir eine Geschichte von Zuhause eingefallen ist. Also zuhause im Ländle.
Hier gabs heute Gratin und ich hab während dem Kochen angefangen schwäbisch zu babbeln. Tu ich sonst selten, weil, es versteht mich hier dann kein Schwein, nicht mal mein Mann :D
Aber wenn ich alberne Laune habe, dann muss ich schwäbisch schwätzen. Oder wenn ich sauer bin, dann schimpfe ich gerne auch mal auf schwäbisch, das geht besser als auf hochdeutsch. Schwaben können einfach am besten bruddeln. Ja, kiss mi doch am Buggel, bleeder Halbdaggl, bleeder. Oder so ähnlich. :D
Irgendwie kam ich vorhin von Gratin (richtig ausgesprochen) auf Gradeng (falsch/schwäbisch ausgesprochen. Und zack, fiel mir diese Geschichte mal wieder ein:
Ich steh beim Bäcker in einem kleinen schwäbischen Dorf. Vor mir stand ein alter Mann und als die Verkäuferin ihn fragte "Was derfs denn sei, bittschee?" antwortete er: "zwoi Graßoooh bidde".
Die Verkäuferin guckte irritiert und fragte nochmal nach: "I han's ned verstanden, was wollet sie, bittschee?" und der Alte darauf nochmal, etwas lauter diesmal: "ZWOI GRASSOH, BIDDE!".
Wieder ratlose Blicke von der Verkäuferin. Bis die ältere Frau hinter mir die Sache aufklärte.
"Der Herr meint, er möcht zwoi Grasseng!"
Die Verkäuferin kapierte endlich, was gemeint war und sagte: "Ah, jetzedle, zwoi Grasseng!" und packte dem alten Mann zwei CROISSANTS ein.
Ich stand in der Ecke des Ladens und mir liefen die Lachtränen in Sturzbächen aus den Augen. Jedesmal, wenn mir diese Szene wieder einfällt, gehts wieder los mit dem Lachkrampf. Das war schwäbische Realsatire in Reinform :D
Können aber wohl nur Schwaben drüber lachen, fürchte ich ;)
Hier gabs heute Gratin und ich hab während dem Kochen angefangen schwäbisch zu babbeln. Tu ich sonst selten, weil, es versteht mich hier dann kein Schwein, nicht mal mein Mann :D
Aber wenn ich alberne Laune habe, dann muss ich schwäbisch schwätzen. Oder wenn ich sauer bin, dann schimpfe ich gerne auch mal auf schwäbisch, das geht besser als auf hochdeutsch. Schwaben können einfach am besten bruddeln. Ja, kiss mi doch am Buggel, bleeder Halbdaggl, bleeder. Oder so ähnlich. :D
Irgendwie kam ich vorhin von Gratin (richtig ausgesprochen) auf Gradeng (falsch/schwäbisch ausgesprochen. Und zack, fiel mir diese Geschichte mal wieder ein:
Ich steh beim Bäcker in einem kleinen schwäbischen Dorf. Vor mir stand ein alter Mann und als die Verkäuferin ihn fragte "Was derfs denn sei, bittschee?" antwortete er: "zwoi Graßoooh bidde".
Die Verkäuferin guckte irritiert und fragte nochmal nach: "I han's ned verstanden, was wollet sie, bittschee?" und der Alte darauf nochmal, etwas lauter diesmal: "ZWOI GRASSOH, BIDDE!".
Wieder ratlose Blicke von der Verkäuferin. Bis die ältere Frau hinter mir die Sache aufklärte.
"Der Herr meint, er möcht zwoi Grasseng!"
Die Verkäuferin kapierte endlich, was gemeint war und sagte: "Ah, jetzedle, zwoi Grasseng!" und packte dem alten Mann zwei CROISSANTS ein.
Ich stand in der Ecke des Ladens und mir liefen die Lachtränen in Sturzbächen aus den Augen. Jedesmal, wenn mir diese Szene wieder einfällt, gehts wieder los mit dem Lachkrampf. Das war schwäbische Realsatire in Reinform :D
Können aber wohl nur Schwaben drüber lachen, fürchte ich ;)
Fotos 25. Juni 2011
Die Kugelbahn wird quasi dauerbespielt. Leider auch nachts :D
Wir haben noch mehr Teile dazu und bauen sie immer mal wieder um, mal einen kleinen Kreis, mal eine Acht, mal eine S-Kurve. So bleibt sie immer interessant.
Mal spielt Lotti mit Luzie und Anton guckt zu.....
Mal spielt Anton mit, wie Anton eben so mitspielt, seeeehr lieb auf Anton-Art eben:
Dann spielt Fiete mit Anton und die anderen gucken zu.....
Während Lotti und Klara Kleinmädchenspiele spielen....
Guggug!
Luzie(fer) wird es langweilig, die ist eher für handfestere Spiele zu haben.
(Man beachte Luzies riesige Fledermausohren :D )
"wen könnte ich denn verkloppen, hm....."
Fiete stellt sich dafür ja immer sehr gerne zur Verfügung. Die beiden kloppen sich ungefähr 98 mal jeden Tag und finden es super :D
Heute früh bin ich übrigens dadurch aufgewacht, dass irgendwer direkt unterhalb meines Kopfes unters Bett gekotzt hat. Grossartig. Aus dem Tiefschlaf mit ürgs-ürgs-ürgs geweckt zu werden und das halbe Bett abbauen zu müssen, um die Sauerei aufwischen zu können.
Und das, nachdem heute Nacht Kugelbahn und Klötermaus in vollem Einsatz waren. Aber wenigstens wurde ausserhalb des Schlafzimmers gespielt, da ist man ja schon zufrieden. Denn wenn man nachts um 4 Uhr im Bett liegt und zuhören kann (muss :D ), wie jemand mit Schmackes den Ball so durch die Kugelbahn drischt, dass die fast auseinander fällt und ein oder zwei oder drei andere mit der Klötermaus treppauf-treppab durchs Haus toben, da weiss man mal wieder zu schätzen, was für wunderbare Tierchen man sich da ins Haus geholt hat. *Selbstsuggestion rulez*
;)
Wir haben noch mehr Teile dazu und bauen sie immer mal wieder um, mal einen kleinen Kreis, mal eine Acht, mal eine S-Kurve. So bleibt sie immer interessant.
Mal spielt Lotti mit Luzie und Anton guckt zu.....
Mal spielt Anton mit, wie Anton eben so mitspielt, seeeehr lieb auf Anton-Art eben:
Dann spielt Fiete mit Anton und die anderen gucken zu.....
Während Lotti und Klara Kleinmädchenspiele spielen....
Guggug!
Luzie(fer) wird es langweilig, die ist eher für handfestere Spiele zu haben.
(Man beachte Luzies riesige Fledermausohren :D )
"wen könnte ich denn verkloppen, hm....."
Fiete stellt sich dafür ja immer sehr gerne zur Verfügung. Die beiden kloppen sich ungefähr 98 mal jeden Tag und finden es super :D
Heute früh bin ich übrigens dadurch aufgewacht, dass irgendwer direkt unterhalb meines Kopfes unters Bett gekotzt hat. Grossartig. Aus dem Tiefschlaf mit ürgs-ürgs-ürgs geweckt zu werden und das halbe Bett abbauen zu müssen, um die Sauerei aufwischen zu können.
Und das, nachdem heute Nacht Kugelbahn und Klötermaus in vollem Einsatz waren. Aber wenigstens wurde ausserhalb des Schlafzimmers gespielt, da ist man ja schon zufrieden. Denn wenn man nachts um 4 Uhr im Bett liegt und zuhören kann (muss :D ), wie jemand mit Schmackes den Ball so durch die Kugelbahn drischt, dass die fast auseinander fällt und ein oder zwei oder drei andere mit der Klötermaus treppauf-treppab durchs Haus toben, da weiss man mal wieder zu schätzen, was für wunderbare Tierchen man sich da ins Haus geholt hat. *Selbstsuggestion rulez*
;)
Donnerstag, 23. Juni 2011
Code Namen
Wenn wir MIT unseren Tieren reden, nennen wir sie - meistens - bei ihrem richtigen Namen. Wenn wir ÜBER unsere Tiere reden, haben wir Code Namen für sie. Damit sie nicht merken, dass wir über sie reden. Thihihi.
Sophie: Söfchen, DER SOF (das sagt nur mein Mann, weil er weiss, dass mich das wahnsinnig macht, Majestätsbeleidigung und so), Schreihals, No1, die Krone der Schöpfung, der Ärschling (weil mein Hintern ihr Lieblingsplatz ist), mein SSSSSSCHatz (dabei gucken wie Gollum)
Emma: Emmi, der Bollen, Emmerling, Schweinenase, das Papakind
Lilli: Pieseline, Monster, ich-bring-sie-um, Lilililili
Anton: Tönchen, Tönnchen, dicke Brummhummel, An-tonne
Franzi: Franzibär, Fränzling, der Digge, Jammerlappen, Stinker (er hats nicht so mit Körperpflege)
Dorle: Dorette, Madame, Dörlein
Luzie: der Winz, Winzi, Luziefer, Krummfüssler, das dicke Kind
Lotte: Motte, Lottchen, der Guuu (das ist ihr Lieblingswort), Klettverschluss (weil sie Geräusche wie ein Klettverschluss macht, wenn man sie hoch nimmt)
Klara: Klärchen, Klarabella, das Miep (das ist ihr Lieblingswort), Zirkuspferdchen (sie wirft beim Laufen die Beinchen in die Luft, dass sich sogar Totilas was von ihr abgucken könnte)
Hannes: Hansel, Hänns-chen, Hanselmann, Eidechsengesicht (wenn er den typischen Hannes-Blick aufsetzt, sieht er einfach aus wie eine Eidechse), Flummi (weil er aus dem Stand über 2 Meter hoch springt)
Fiete: Fiepe, Piepe, ich-dreh-ihm-den-Hals-um, Flitzpiepe, das kleine Arschloch, der kleine Drecksack
Linda: Lindchen, das Huhn, Töli, Mäusezähnchen
Dann gibt es noch Sammelbegriffe:
Die Drillinge: Fiete, Hannes, Klara
Die Klein-Mädchen-Bande: Lotte, Klara, Luzie
Die Schwarzweisslinge: Klara, Fiete, Lotte
Die Jungs: Franzi, Fiete, Hannes, Anton
Die Damen: Dorle, Emma
Die Tüpfelbäuche: Sophie, Anton
Die Brauntiger: Luzie, Franzi
Die Diggen: Anton, Franzi, Luzie
Die Kinder / Blagen / Bratzen: alle
Seid ihr auch so peinlich wie wir? :D
Sophie: Söfchen, DER SOF (das sagt nur mein Mann, weil er weiss, dass mich das wahnsinnig macht, Majestätsbeleidigung und so), Schreihals, No1, die Krone der Schöpfung, der Ärschling (weil mein Hintern ihr Lieblingsplatz ist), mein SSSSSSCHatz (dabei gucken wie Gollum)
Emma: Emmi, der Bollen, Emmerling, Schweinenase, das Papakind
Lilli: Pieseline, Monster, ich-bring-sie-um, Lilililili
Anton: Tönchen, Tönnchen, dicke Brummhummel, An-tonne
Franzi: Franzibär, Fränzling, der Digge, Jammerlappen, Stinker (er hats nicht so mit Körperpflege)
Dorle: Dorette, Madame, Dörlein
Luzie: der Winz, Winzi, Luziefer, Krummfüssler, das dicke Kind
Lotte: Motte, Lottchen, der Guuu (das ist ihr Lieblingswort), Klettverschluss (weil sie Geräusche wie ein Klettverschluss macht, wenn man sie hoch nimmt)
Klara: Klärchen, Klarabella, das Miep (das ist ihr Lieblingswort), Zirkuspferdchen (sie wirft beim Laufen die Beinchen in die Luft, dass sich sogar Totilas was von ihr abgucken könnte)
Hannes: Hansel, Hänns-chen, Hanselmann, Eidechsengesicht (wenn er den typischen Hannes-Blick aufsetzt, sieht er einfach aus wie eine Eidechse), Flummi (weil er aus dem Stand über 2 Meter hoch springt)
Fiete: Fiepe, Piepe, ich-dreh-ihm-den-Hals-um, Flitzpiepe, das kleine Arschloch, der kleine Drecksack
Linda: Lindchen, das Huhn, Töli, Mäusezähnchen
Dann gibt es noch Sammelbegriffe:
Die Drillinge: Fiete, Hannes, Klara
Die Klein-Mädchen-Bande: Lotte, Klara, Luzie
Die Schwarzweisslinge: Klara, Fiete, Lotte
Die Jungs: Franzi, Fiete, Hannes, Anton
Die Damen: Dorle, Emma
Die Tüpfelbäuche: Sophie, Anton
Die Brauntiger: Luzie, Franzi
Die Diggen: Anton, Franzi, Luzie
Die Kinder / Blagen / Bratzen: alle
Seid ihr auch so peinlich wie wir? :D
Mittwoch, 22. Juni 2011
Gastbeitrag von Bianca :)
Die liebe Balli hat gesagt sie würde sich über „Gastschreiber“ freuen.
Ich hab dann mal überlegt, worüber ich denn so schreiben könnte...
Das Thema Katzenernährung wäre ganz gut – aber da hab ich zu wenig Plan von.
Hm, doch lieber über „Mehrkatzenhaushalte“? Naja, da zähl ich mit meiner kleinen 3er Gruppe wohl nicht wirklich dazu.
Nachbarn? Ne, ich glaub die skurrilsten wohnen neben Balli. Meine Nachbarschaft ist ganz toll (wo ist das Herzchen hier?).
Männer? Meiner ist sein Gewicht in Gold wert. Also über den kann ich mich nun wirklich nicht beschweren.
Und schon sitze ich hier und weiß nicht weiter.
Aber so kann das ja wohl nix werden mit dem Gast-schreiben.
Also Bianca streng dich an.
Ich könnte euch erzählen, das ich morgen frei habe – interessiert euch nicht? Dachte ich mir.
Ok, dann unterhalten wir uns eben mal über die Jugend von heute Naja, unterhalten ist wohl falsch ausgedrückt, denn ihr könnt mich ja nicht hören. Ich euch aber auch nicht :-)
Ich bin im Jahr 1983 geboren. Als ich Kind / Jugendliche war, fand unser Leben auf der Straße statt. Nicht, weil wir kein zuhause hatten :-) Sondern weil wir uns draußen getroffen haben und lauter Dummheiten gemacht haben (eingeschlagene Kirchenscheiben – ui, was gab das einen Ärger zuhause * hi hi*, abgeholzte Waldstücke – irgendwie musste man die Baumhäuser doch bauen, oder nicht?). Naja ich hör dann mal lieber auf mit meinen Schandtaten – weiß ja nicht, ob hier nicht Kinder mitlesen.
Wobei die lesen hier sicher mit. Denn die kennen sich im www doch bestimmt besser aus als unsereiner.
In unserer Nachbarschaft gibt es auch Kinder. Ich habe die wirklich schon gesehen. Sie sprechen auch. Aber sie halten sich selten draußen auf. Ich würde eher sagen sie gehören zur Spezies der „Computer / Konsolen Menschen“.
Nintedo Wii, Playstation, Nintendo DS und was weiß ich wie der Quatsch heißt. Andauernd erzählen mir die Mütter, was die Kinder gerade wieder für Wünsche haben.
Also mein größter Wunsch war damals ein eigenes Fahrrad (gabs dann auch, musste aber immer wieder repariert werden – genau wie meine Knochen). Nintendo? Gabs das damals eigentlich schon? Ich glaub ja, denn die Kinder die da immer nur vor gesessen haben nannten wir „Freaks“ - heute sind das ja „Nerds“ - stand irgendwann mal in der Zeitung oder so.
Jetzt mal im Ernst. Seh nur ich das so, oder ihr auch? Gehen die Kinder eigentlich heute auch mal vors Loch (also vor die Haustür), wenn sie nicht gerade auf der Suche nach einem neuen Spiel für ihre Konsole sind?
Ich finde das wirklich traurig.
Erzählt meine Nachbarin mir, das ihr Baby (wohlgemerkt ein 16 Jahre altes Mädchen / Teeniegirl / halbe Frau) auf Klassenfahrt fährt und sie nicht weiß, wie sie das überstehen soll.
Ich so: „Hallo, die ist 16. Mit 16 hat meine Mutter mich nach der Schule kurz gesehen und dann war's das.“ Sie konnte das gar nicht verstehen. „Ja, aber das ist doch mein Baby, was soll ich denn so lange ohne die machen?“
Naja, meine Antwort war nicht gerade sehr freundlich. Ich hab nämlich schon mal das Kind abgepasst, als es alleine vor der Tür war (sicher ein Versehen) und da erzählte es mir, das seine Mutter ihm leicht auf die Nerven geht. Ich hab ihr dann nur gesagt das ich denke das ihre Tochter froh ist, wenn sie mal ein paar Tage Ruhe hat. Ergebnis: Ich werde nicht mehr mit so einem Müll zugelabert. Das drückt sie jetzt meiner Schwiegermutter aufs Auge. Aber die ist da auch nicht gerade zimperlich.
Morgen fahren die Nachbarn dann in Urlaub. Die 16-jährige muss mit. Incl der kleinen Schwester (5 Jahre) und dem Papa. Nach Malle geht’s für 2 Wochen. Das arme Kind. Mit 16 nach Malle mit den ELTERN. Ich glaub ich hätte damals ALLES getan um den Flieger zu verpassen oder nicht starten zu lassen oder was weiß ich.
Naja, wir müssen brav sein – irgendwann soll die Generation mal unsere Rente zahlen. Wie das wohl funktionieren soll? Die gehen ja nie vor die Tür. Werden die dann irgendwann von zuhause zur Arbeit gebeamt oder so?
Ich bin ja mal gespannt....
Aber im großen und ganzen finde ich es erschreckend, das mit der Jugend nix mehr los ist. Wo soll das denn hin führen?
Das nächste Mal erzähle ich euch dann doch was über Katzen.
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