Sonntag, 1. Januar 2012

Erinnert mich mal bitte...

...nächstes Jahr so zwischen Anfang und Mitte Dezember daran, dass ich ewas versprochen habe.

Hier im Dörfchen gibt es etliche Reetdachhäuser. Vor zwei Jahren ist eines abgebrannt, das war fürchterlich.

Vorhin, als wir mit Linda nochmal am Deich waren, tappte uns der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr übern Weg und ich habe ihn gefragt, in welchem Umkreis um Reetdachhäuser nicht geballert werden darf. Er wusste es nicht. Ich weiss aber, dass es dafür eine Regelung gibt, Google sagt, es wären 200 Meter. 
Der Feuerwehrmann wohnt aber Luftlinie keine 50 Meter von einem Reetdachhaus entfernt und hat geböllert wie ein Hammerkranker.

Ich habe ihm gesagt, er möge doch bitte im nächsten Dezember Zettel in jeden Briefkasten schmeissen, dass die Leute drauf achten, dass die Abstände beim Böllern eingehalten werden, weil ich keinen Bock drauf habe, nochmal ein Haus abfackeln zu sehen. Da kam er mir mit den Kosten für die Flyer, das wäre so teuer. Woraufhin ich ihm versprochen habe, die Flyer auf eigene Kosten zu drucken und der Feuerwehr zu "schenken", die sie dann verteilen.

Echt jetzt mal, spinne ich eigentlich? Oder spinnt die Feuerwehr hier? Kann es sein, dass eine Süddeutsche daher getrampelt kommen muss und die Feuerwehr in einem norddeutschen Dorf anspitzen muss, damit die ein Dorf darüber in Kenntnis setzt, dass im direkten Umkreis um Reetdachhäuser nicht geballert werden darf?

Und nein, wir haben selber kein Reet auf dem Dach. Ich hab nur wirklich keinen Bock drauf, nochmal ein Haus mit allem, was den Bewohnern lieb und teuer ist, in Flammen aufgehen und innerhalb kürzester Zeit runterbrennen zu sehen. Das war so schrecklich damals, ich hätte niemals gedacht, dass ein Haus so ratzfatz voll in Brand stehen könnte. Wir sassen auf dem Sofa, sahen eine Stichflamme hochschiessen (war wohl Brandstiftung), rasten sofort los, aber bis wir draussen waren, brannte die Hütte schon komplett. Die Bewohner waren zum Glück im Urlaub.
Seither habe ich eine Hausbrand-Phobie. Dieses Riesenfeuer hat mich total geschockt, ich hatte zuvor noch nie ein Haus brennen sehen.

Daneben steht ein Bauernhof, ich hab mir fast die Hosen nass gemacht, dass das Feuer auf den Stall über springt. Das Feuer brach um halb 1 Uhr nachts aus und der Bauer schlief wie ein Stein, wir mussten dem fast die Türe eintreten, bis er endlich aufwachte.

Also nächsten Dezember: Zettel drucken. Das dauert für die paar Häuser hier vielleicht ne Stunde.
Wenns sein muss, trag ich sie auch selber aus.

Und den Wehrführer-Fuzzi werde ich mir nochmal vorknöpfen. Der war stocknüchtern, der Hosenscheisser, und nannte mich "Kindchen". So nicht, Freundchen. Wir beide sprechen uns nochmal :D

Die Idee mit den Zetteln fand er super. Deshalb darf ich das auch nicht vergessen. Erinnert mich dran, ich hab ein Hirn wie ein Nudelsieb. ;)

Kommentare:

  1. Freiwillige Feuerwehr sag ich da nur... War bei uns nicht anders.. da sind mitunter so viele Deppen in der Wehr..hab es ja hautnah miterlebt da ich ja selbst jahrelang aktiv war. Mein erster Brand war eine Art Bauernhof... gegenüber von einer Tankstelle.
    Das ist einfach nur der Horror, vor allem wenn man die Schreie von den Pferden hört.

    Sber da war es auch so, dass man lieber bei irgendwelchen Veranstaltungen hilft oder seinen blöden Feuerwehrball ausrichtet... sowas wie Flyer drucken hätte dort auch niemand gemacht.

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  2. Hallo, Ich denke mal, das du es einfach so machst wie dieser Typen von vor ein paar Jahrhunderten (Martin oder so).
    Mach einen Großen Zettel und hänge den dann aus (Z.B. Bürgermeisteramt, ans nächste größeres Einkaufszenturm oder ans Kirchenportal).

    Ein schönes glückliches 2012 wünsche ich aus Frankfurt a.M.

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  3. Gruss nach Frankfurt und das mit Zetteln hat bei Martin L. geklappt, hier klappts nicht. Angeblich hängt in einem Glaskasten, in dem auch die Termine für die Müllabfuhr hängen, so ein Wisch.
    In den Kasten guckt aber keiner :/


    Ashadra, ich hätte das nie gedacht. Die sind hier so umtriebig und üben und tun und machen. Dass nicht mal der Wehrführer (!!) den Vorschriften, die es gibt und die ausnahmsweise mal sinnvoll sind, Folge leistet, bzw. sie nicht einmal kennt (!) haut mich schon ein wenig aus den Latschen.

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  4. In Ahrenshoop stehen auch sehr viele mit Reet gedeckte Häuser. Es ist nur am Strand erlaubt zu böllern, nicht im Ort zwischen den Häusern. dass die Feuerwehr in dem Dorf sowas nicht weiss, ist traurig.

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  5. O.o Da stehen mir glatt die Rückenhaare zu Berge! O.o Unfassbar! Was war damals der Anlass, dass dieser Mann zur Freiwilligen Feuerwehr gegangen ist?! Die Bierabende sponsored by Alki of the Feuerwehr-Union?
    Da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln und erneut hoffen, dass wenn es jetzt eh so oft regnet, gleich mal bissl Hirn mit runterfällt. -.-

    Entsetzte Grüße,
    Josi

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  6. Der Feuerwehrchef ist eigentlich nett und kein Doofer. Deshalb blicke es um so weniger, wie verantwortungslos der sein kann.

    Ist aber im ganzen Dorf so, da sah es gestern aus wie nach dem Krieg, überall lag bergeweise der Böller-Müll rum, auch in direkter Nachbarschaft von Reetdachhäusern.

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  7. Erst einmal ein wunderschönes neues Jahr und deinen Tieren jede menge Gesundheit! *Einleitung Ende* Was macht denn der Hase? Gibt es Fortschritte?

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  8. Wünsche ich dir auch, Metalheart :)

    Der Hase kurvt immer mal wieder durchs Wohnzimmer, wenn ich die anderen Katzen aus dem Wohnzimmer aussperre und die Terrassentüren aufmache. Aber er will dann gleich wieder raus, es ist ihm drin nicht geheuer :/

    Er liegt völlig zufrieden draussen auf seinen Snuggle Safes, die ich alle paar Stunden austausche und ist ein glücklicher Hase. Ich will ihn auf keinen Fall zwingen. Irgendwann wird er schon wollen ;)

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  9. Dann verwundert es wirklich umso mehr. Ist eigentlich schade :-( Nicht dass er mittlerweile zu denen gehört, die jahrelang hoffnungslos versuchen Vernunft in die Köpfe der Menschen zu quetschen, es aber nicht schaffen und dann aufgeben.. :-/

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  10. Corry, das Haus des Feuerwehrhäuptlings ist von einem Reetdachhaus kaum 50 Meter entfernt, von weiteren reetgedeckten Häusern nur wenig mehr.

    Und trotzdem hat er massig Raketen abgeschossen.

    Ich wollte vor 4 Jahren, als wir auf Haussuche waren, uuuunbedingt ein reetgedecktes Haus haben. Mein Mann war total dagegen, der hätte da nicht mitgespielt.
    Und ich bin mittlerweile sehr froh, dass er sich durchgesetzt hat.

    Die Häuser sind super schön, es gibt keine schöneren Dächer als Reet. Aber man braucht nur Idioten in der Nähe wohnen zu haben und kann dann zumindest einmal im Jahr um sein komplettes Hab und Gut fürchten.
    Hier liest man mit schöner Regelmässigkeit, dass wieder ein Reetdachhaus abgebrannt ist. Blitzeinschlag meistens.

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  11. Hallo,

    bist du derzeit im Katzenforum unterwegs? Ich bräuchte mal deine Hilfe glaub ich .. tut mir Leid, dass ich dann hier reinschreibe :/

    LG

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  12. Wenn du mir deinen Namen/Nick in Facebook per Kommentar hier schickst, melde ich mich dort bei dir.
    Den Kommentar werde ich nicht veröffentlichen, also keine Sorge, das lese dann nur ich.

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  13. Desi, geh mal in die Gruppe:
    http://www.facebook.com/groups/131702516902514/
    Da findest du mich.
    Es gibt mehrere Mädels mit deinem Namen, das ist das Problem, ich weiss nicht, welche davon du bist ;)

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  14. Das mit dem Snuggle-Safe ist eine gute Idee. Dann ist er zumindest im Warmen. Sag mal, wie machst du es denn eigentlich im Sommer, wenn man schon mal eine geöffnete Terassentür o.ä. hat? Will deine Restbande dann auch mal frische Luft schnuppern, oder sind die völlig hausgebunden?

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  15. Gittertüre und wir werden die Terrasse vor dem Schwimmbad einzäunen.
    Raus wollen würden tatsächlich (glaubt immer keiner, der es nicht gesehen hat) nur genau die drei, die vom ersten Lebenstag an im Haus waren, die Drillinge.
    Die Ex-Wildis halten sich sogar von offenen Fenstern fern, ausser Franzi, der raus guckt, aber sofort wieder rein kommt. Ich hatte ihn mal aus Versehen ausgesperrt, er brüllte wie am Spiess und kratzte an der Tür. Als ich die Tür aufmachte, stürmte er an mir vorbei rein. Seither setzt er keinen Fuss mehr nach draussen.

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  16. Balli, wann kommt endlich eine Fortsetzung? 8 Tage ohne Blog? Tu was dagegen!

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  17. Ja, ähm..... ich hab gerade viel umme Ohren und wenig Zeit, aber ich guck, dass ich mir was aus den fiesen Fingerchen saugen kann :D

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  18. Das mit den Ex-Wilden, die nie wieder einen Fuß vor die Tür setzen wollen, kann ich bestätigen.

    Nicht von meinen eigenen, denn ich hab ja keine Möglichkeit, sie rauszulassen. Aber ich weiss es von Tierschützerinnen hier, die viele Wilde eingefangen haben, gezähmt haben ... und die eines Tages dachten "vielleicht möchte er ja doch ein bisschen Freigang haben" - und die einfach mal die Terrassentür offengelassen haben. Und dann ... nichts. Die gingen nicht raus. Nie wieder!!

    Klar, das gilt nicht unbedingt für alle Ex-Wilde. Aber ich habs jetzt schon soooo oft gehört, dass bei vielen nix mehr ist mit Freigang. Die haben draußen solche Angst gehabt, soviel Hunger und Ärger mit anderen Katzen, Hunden und bösen Menschen ... die wollen nicht mehr da raus. Sicher auch aus Angst, sie können nicht mehr rein.

    Bei der einen Katze (war ganz zahm geworden) hat meine Freundin mal versucht, sie einfach in den Garten zu tragen (da gabs keinerlei Gefahren, war einfach nur ein schöner, ruhiger Garten. Kaum, dass meine Freundin einen Fuß in diesen Garten gesetzt hat, wurde die Katze panisch!! Sie hat gekratzt, sich gewehrt wie blöd, ist runter und direkt wieder rein in die Wohnung. Die Terrassentür konnte dann den Sommer über offen bleiben - Katze ging nicht raus.

    Da versteht man, wie schlimm das Leben draußen ist, für Katzen die kein Zuhause haben und die sich allein durchschlagen müssen.

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  19. Ich werde im ganzen Leben nicht vergessen, was Franzi für eine merkwürdige Wandlung innerhalb von Sekunden durchmachte. An einem Tag noch Gefauche und Wildlings-Getue mit 10-Meter-Mindest-Abstand, am nächsten Tag Schosskater und auf dem Arm sitzen wollen, Küsschen geben und Schmusen wie ein Irrer.

    Und als er dann probierte, zum gekippten Fenster ins Haus REIN zu kraxeln, dachte ich, ich spinne.

    Das alles war das Verrückteste, was ich jemals mit einer Katze erlebt habe.

    Oder der stockwilde Anton, der eines Tages, als wir beim Kaffetrinken draussen sassen, auf die Terrasse marschierte, uns anschmuste und dann tagelang rund um die Uhr an den Fenstern kratzte und schrie, bis ich ihm die Türe aufmachte.

    Oder Lotti, die ich wochenlang versuchte mit der Falle zu fangen, dann endlich ging das kranke Zwerglein in die Falle und die nach ihrer brutalo-OP alles ohne Gegenwehr mit sich machen liess und kooperativste Patient war, den man sich nur vorstellen kann.

    Oder Emmi, die stockwild und total verängstigt unter sich machte und die jetzt gerade durchs Haus stapft und den Clown macht.

    Oder, oder, oder.
    Was sind das alles für wahnsinnig tolle Tiere ♥♥♥

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  20. Sowas gibts leider auch im schönen Schwabenländle ... in Tübingen ist vor ein paar Jahren zu Silvester ein Fachwerkhaus abgebrannt weil eine Rakete in den Dachstuhl geflogen ist. Inzwischen ist dort in der Innenstadt das Böllern auch ausdrücklich verboten, aber eigentlich ist schon rein gesetzlich Feuerwerk in der Nähe von Fachwerkhäusern nicht erlaubt, es hielt sich nur keiner dran :(

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  21. Ja, das hab ich mitgekriegt, was da in Tü los war.
    Da muss wohl erst der ganze Holzmarkt abfackeln, bevor die Idioten es kapieren.

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