Montag, 31. Oktober 2011

Zeitumstellung und so weiter

Jetzt ist es so weit. Diese elende Zeitumstellung. Um 17 Uhr wird es dunkel *heul*
Ich hasse das. Wenn es nach mir ginge, wäre das ganze Jahr Sommerzeit. Eher im Winter noch eine Stunde vorstellen, als zurück.
Was interessiert es schon, ob es vormittags um 8 Uhr oder um 9 Uhr hell wird? Morgenmuffelig bin ich eh, völlig schnurz ob es hell oder dunkel ist.

Aber am Abend, da hat man Zeit und könnte raus. Im Garten gibt es noch einiges zu tun und mit der Taschenlampe in der Hand am Deich Slalom um Schafscheisse zu laufen, das ist auch einfach nur äääääätzend.

Winter in Norddeutschland ist eh eine Zumutung. Ich lebe gerne hier, aber der Winter..... es wird manchmal wochenlang nicht hell. In Süddeutschland ist auch mal längere Zeit Schietwetter, aber, dass wochenlang die Sonne nicht zu sehen ist und durchgehend Hochnebel, das gibts dort nicht. 

Und was mir keiner glaubt, ausser anderen Süddeutschen, die hier leben, ist, dass man es granatenmässig merkt, dass es hier im Winter eine Stunde weniger Tageslicht gibt.
Im Sommer ist es andersrum, da wird es hier im Norden früher hell und später dunkel. Was toll ist.
Aber im Winter..... gnaaaaaa.
Monatelang lebt man im Dunkeltrüben, man wird gar nicht mehr richtig wach.

Hoffentlich gibts wieder ordentlich Schnee diesen Winter. Wenn alles weiss ist, sieht es nicht halb so trüb aus wie ohne Schnee. Und die Welt ist leise und sauber und glitzert. Ich liebe Schnee.

Der Hase macht die Zeitumstellung natürlich nicht mit. Wie auch, ich kann ihm ja schlecht erklären, dass er von jetzt an bitte eine Stunde später kommen soll.
Also gehen wir ab jetzt eine Stunde früher, statt wie bisher um 24 Uhr, ab sofort um 23 Uhr unsere Hunde-Hasen-Deichrunde.

Er wird immer schmusiger. Der ist ein wahrer Schmuse- und Knutsch-Freak, der würde die ganze Nacht so weiter machen, wenn er könnte. Er köpfelt und tretelt und schnurrt und babbelt gleichzeitig. Und nebenher mampft er noch Dreamies. Für Dreamies würde er töten. :D

Der nächtliche Ablauf sieht momentan so aus: Er wartet vor dem Haus, dann gibts erstmal Begrüssung und Küsschen und dann gibts was zu futtern. Mann, Hund und ich laufen los und statt der Hase hier in Ruhe futtert, frisst er nur hektisch ein paar Bissen und rast uns dann hinterher. Auf halber Strecke setzt er sich auf ein Mäuerchen und wartet, bis wir zurück kommen. Dann gibts wieder Begrüssung und Küsschen :D

Und dann laufen wir zusammen nach Hause. Vornedraus Mann und Hund, 10 Meter dahinter der Hase und ich. Mit lautem Gepiepe natürlich, vom Hasen.
Vor Linda hat er keine Angst, aber mein Mann ist ihm nicht geheuer. In seiner Welt gibts momentan nur einen Menschen, dem er vertraut.
Zuhause angekommen, verschwinden Mann und Hund ins Haus und der Hase und ich futtern. Das heisst, er futtert und ich halte ihm dabei das Hinterteil. Das findet er toll. Er sitzt auf meinen Füssen und ich hab die Hände auf seinem hinteren Rücken liegen. Dann futtert er in alle Ruhe. Sonst schlingt er und guckt links und rechts und ist zappelig.
Hände auf den Hintern und er ist ruhig und futtert ganz gemütlich. Wie bei meiner Sophie. Die würde auch an Silvester um 12 Uhr in aller Seelenruhe futtern, so lange ich ihr den Hintern halte. Das scheint irgendwie eine beruhigende Wirkung auf Katzen zu haben :D
Hätte ich drei Hände, könnte ich ihm den Fotoapparat sogar direkt vor die Nase halten, vermutlich.



Gestern wurde im Nachbarkaff geböllert, als wir gerade auf dem Heimweg waren. Entweder ein durchgeknallter Jäger, der im Wald Amok geschossen hat, oder irgendwelche Leute, die mit irgendwas rumböllerten. War ziemlich laut und ich dachte nach dem ersten Schuss, dass ich den Hasen jetzt gleich im gestreckten Galopp davon flitzen sehen. Aber denkste. Dem war das völlig schnurz :-o
Der tappelte neben mir her und erzählte und erzählte. Völlig cool. Sobald mein Mann aber stehenbleibt, bleibt auch der Hase stehen und geht in Hab-Acht-Stellung.

Der Plan ist ja, den Hasen als nächstes auf der Terrasse ansässig zu machen. Also auf der anderen Seite des Hauses. Bisher futtern wir ja immer vor dem Haus.
Wir haben ein Hasenhaus aus Holz gekauft, das wird jetzt noch isoliert und dann wird es auf der Terrasse aufgestellt.
Und deshalb üben wir seit Neuestem immer, nach dem Futtern ums Haus herum, die Einfahrt entlang und auf die Terrasse zu gehen.
Mein Mann stellt die Terrassentüren auf Kipp und die Katzenbande hockt drin und glotzt raus und der Hase sitzt auf der Terrasse und glotzt rein. Durch die gekippten Türen hören sie sich auch gegenseitig.

Franzi findet es unmöglich, dass Mutti direkt vor seiner Nase schamlos mit einer fremden Katze busselt.
Die Drillinge finden den Hasen super interessant. Emma findet den ganzen Affentanz doof und Dorle knurrt.
Luzie ist wie immer, die findet alles super. Wenns nach ihr ginge, könnte der Hase direkt reinmarschieren und sich von ihr piesacken lassen. Lotti ignoriert das alles, die guckt kurz und geht dann demonstrativ aus dem Wohnzimmer, das elitäre kleine Aas.
Anton ist auch wie immer, er guckt interessiert und freundlich. Sophie und Lilli kriegen nix mit, weil Lilli ja extra wohnt und Sophie mit ihr zusammen futtert, während wir Gassi gehen.
Der Hase sitzt auf der Terrasse und ist reichlich beeindruckt von den vielen Katzen auf der anderen Seite der Glastüren. Aber nicht panisch oder super ängstlich. So lange man ihm ab und zu ein Dreamie vor die Nase hält und mit ihm babbelt und busselt, bleibt er mit mir auf der Terrasse sitzen.

Die Zeit, die ich draussen mit ihm rumsitze, wird immer länger irgendwie. Ich kann mich so schwer trennen. Ich könnt jede Nacht heulen, wenn ich ihm eine gute Nacht wünsche und ins Haus gehe. Er guckt noch eine Weile die Türe an und trottet dann davon. :-/

Aber ich locke ihn nicht rein. Obwohl er mitgehen würde, da bin ich mir ziemlich sicher.
Er muss das von sich aus wollen und die Initiative ergreifen. Wie Anton und Franzi.
Irgendwann ist er soweit.

Und dann steht wahrscheinlich schon das nächste vierbeinige Problem bereit. Denn Fritzi wird momentan sehr seltsam kontaktfreudig hat mich gestern im Garten zum ersten mal angepiept. *rolleyes*
Der Hase ist ein Ausnahme-Hase, der hat durch meine Schuld viel mitmachen müssen. Ich war die, die ihn ins Unglück geschickt hat und selbstverständlich darf er rein, wenn er will.
Aber mehr geht einfach nicht. :(
Falls Fritzi dann auch noch Schosskater werden will,  bin ich aufgeschmissen. Mir wird Angst und Bange, wenn ich nur dran denke, wie viele Wildlinge ich hier habe, die irgendwann auch noch auf die Idee kommen könnten.

Kommentare:

  1. Die Hasen-Geschichte verfolge ich von Anfang an ;)
    Es ist so schön zu sehen, wie sich das inzwischen entwickelt und man wartet geradezu auf den Tag, wo er mit dir rein geht.

    Sehr witziger Beitrag, ich hab direkt die ganzen Katzen vor Augen, die hinter der gekippten Tür hocken :D

    Viel Erfolg weiterhin!

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  2. Och, du hast doch genug Platz :D und nein sagen kannst du eh nicht!

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  3. Anonym 1
    Danke :)

    Anonym 2
    Falls das so weitergeht, werde ich Nein sagen lernen müssen. Bzw. drauf hoffen, dass ich die nächsten zahm zu werden gedenkenden Wildis vermitteln kann.

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  4. Und erklär mal den Katzen, warum sie jetzt ne Stunde später was zu futtern bekommen, oder der Freigang anders geregelt ist.
    Damit kämpfen wir grade.
    Ich hasse Zeitumstellung.

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  5. Ich mach es gerade so, dass die Nachmittagsportion etwas später serviert wird und dann eben die Abendportion auch. Das klappt ganz gut.
    Aber ich füttere eh nie um immer die genau gleiche Uhrzeit, sondern mit ungefähr einer Stunde Spielraum.
    Sonst habe ich hier ratzfatz 11 Futterterroristen sitzen, die schon eine Stunde vorher anfangen, Affentanz zu veranstalten.

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  6. es ist halt so im leben,die vertrautheit nimmt zu wird mehr und mehr

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  7. ich geb ihm noch .... hmmmm .... nicht mehr lange xD

    grüßle

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  8. Seit zwei Tagen ist er fast nur noch hier. Er sitzt auf der Terrasse oder irgendwo im Garten und wenn man ihn ruft, kommt er angewetzt.
    Ich würde sagen: No12 ist ansässig geworden. :D

    Und er frisst lässig das Doppelte von dem, was meine zwei grössten Fresser futtern. Er ist aber auch viiiiel grösser als meine anderen Katzen. Ich schätze ihn auf mindestens 7 Kilo, eher mehr.
    Der Schwerste von meinen anderen ist Anton, und der hat bissel was über 5 Kilo.

    Im Frühling, als das mit dem Hasen hier losging, war um einiges schmaler. Der hat echt gut zugelegt :D

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  9. Oh, da sind meine Viecher aber deutlich größer und schwerer :-)

    Ich hab hier einen 9,6kg Brummer (er ist beleibt, aber vor allem riesengroß!) und alles andere bewegt sich um die 7kg.

    Die "ganz kleine" Agathe wiegt ca. 4,5 - 5 kg.

    Leider sind alle meine Mädels ziemliche Pummelchen, die neigen alle etwas zu "Ansetzen". Die Jungs sind alle sehr groß und kräftig, bis auf Riri der ganz klein und zierlich ist, dabei aber auch 5kg wiegt. Die anderen wiegen alle 7kg aufwärts, ohne dick zu sein :)

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  10. Ich hab immer nur die Mickerlinge :D

    Anton ist bissel rund, Hannes zu dünn. Der Rest hat Idealgewicht. Hannes ist der Grösste, die anderen sind alles eher kleine Katzen.
    Lotti und Klara sind die Kleinsten. Wiegen so um die 3,5 Kilo.
    So einen richtigen grossen Brummer habe ich leider nicht, dabei finde ich grosse, runde Katzen so toll.

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  11. :D ja mein lieber großer Brummer ... ein Riesenvieh, mit einem echten Hasenherz :D überängstlich, übersensibel ... und ganz, ganz zärtlich. Ein süßer Kerl. Ich hatte Dir ein Bild gemailt, vom Tonio ;-)

    Ich kann Dich gut verstehen, wenn Du schreibst, dass Du irgendwann "Neinsagen lernen musst" :( es gibt so viele Katzen (und nicht nur Katzen), die Hilfe brauchen ... aber wir Einzelpersonen können nicht alles abdecken, irgendwann gibts eine Katastrophe.

    Ich selbst hab insgesamt 12 Katzen hier gehabt ... - 11 davon von draußen auf der Müllkippe gefangen, teilweise in erbärmlichem Zustand ... zwar stand so eine Art Katzenschutz-Verein dahinter, aber ohne jegliche finanzielle Ausstattung und vor allem ohne Unterbringung.

    Alle (bis auf meine eigene :D) sollten vermittelt werden, aber Du siehst es ja selbst beim Hasen, wie schwer das ist. Im Endeffekt sind alle unvermittelbar gewesen, und dann sass ich da, mit 12 Katzen.

    Meine liebe alte Katze ist vor 2 Jahren gestorben ... da waren wir dann 11 ... einige haben schlimme Sachen entwickelt, im Durchschnitt war ich bei 500 Euro Tierarztkosten monatlich.

    Jetzt hab ich eine super liebe Freundin, die 4 meiner Lieblinge bei sich aufgenommen hat (da sich leider echte Feindschaften mit einem älteren Kater entwickelt hatten). Die haben dort sogar gesicherten Freigang, das ist echt toll.

    Ich weiss auch nicht, was ich tun soll, wenn ich draußen noch so arme Geschöpfe finde :((( nur bei mir ist alles voll, übervoll :(

    Und Tierheim heisst hier nicht "traurig", Tierheim heisst hier "Tod". Tiere, die nicht vermittelbar sind, werden eingeschläfert, wenn der Platz knapp wird. Das heisst, da kann man sie einfach nicht hinbringen, das ist für viele der Tod.

    Ich weiss da echt nicht weiter :(((

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  12. Bei dir in Frankreich ist das, glaub ich, auch echt alles nochmal eine Ecke härter als hier.
    Hier sind die Tierheime zwar auch bis zum Platzen voll, aber das Verständnis von Tierschutz ist ein anderes als in Frankreich oder in Spanien.

    Man kann da nur versuchen, sich irgendwie abzuhärten, nicht alles an sich ran zu lassen, glaub ich. Leicht gesagt und schwer getan :/

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  13. Ja, hier ist das wirklich eine ganz andere Nummer mit den Tierschicksalen :(

    In den Tierschutzforen sind ganz oben die Rubriken "Morts programmées" (Programmierte Tötung) - eine Rubrik für Hunde, eine für Katzen und eine für das "restliche" Getier.

    Innerhalb der Rubrik "programmierte Tötungen" sind dann nochmal 2 Unterrubriken: "Tötung in dieser Woche" und "programmierte Tötung später als diese Woche".

    Hier mal zur Ansicht die Tötungsrubrik der Katzen von Rescue, des größten Tierschutzforums in Frankreich:

    http://www.rescue-forum.com/forums/31-MORTS-PROGRAMM%C3%89ES-!

    Die Tötungen finden entweder in den staatlichen Fang- und Tötungsstationen statt, in vielen überfüllten Tierheimen (nicht in allen, aber die nicht tötenden sind die Ausnahme), oder beim Tierarzt weil irgendwelche Leute ihr Tier nicht mehr haben wollen.

    Es ist schwer, Tiere aus den Tötungsstationen rauszuholen. Aber dort gelten feste Regeln, die meist nicht übertreten werden. Normalerweise kommt das Tier raus, wenn es einen Platz in einem Tierschutzverein gefunden hat. Ausgenommen sind aber oft Katzen, die FIV+ oder Felv+ sind - diese dürfen oft nicht raus, auch wenn sie einen sicheren Platz haben, sondern werden automatisch getötet. So bekämpft Frankreich Krankheiten :@ Patient tot, Krankheit tot ... Klappt nur irgendwie nicht ...

    Am schlimmsten ist es aber oft, wenn Privatpersonen involviert sind. Die wollen oft, dass das Tier eingeschläfert wird. Teilweise, weil sie ihm ein Leben wo anders nicht "zumuten wollen" (echt wahr, das wird oft gesagt!!). Dann lieber töten, ist ja auf jeden Fall besser ... man kann gar nicht soviel essen, wie man ko*** will.

    Auch manche Tierärzte lassen die Tiere nicht mehr raus, wenn sie FIV oder FELV im Schnelltest sehen. Die schläfern die dann einfach ein. Deshalb NIE NIE NIE in Frankreich ein gefundenes Tier zu irgendeinem Tierarzt bringen, den man nicht kennt.

    Wenn es nicht anders geht, immer sagen, dass es das EIGENE Tier ist. Niemals das Tier als herrenlos / gefunden deklarieren. Der Tierarzt MUSS von Gesetzes wegen Fundtiere in eine dieser Fangstationen geben, wo es 8 Tage später getötet wird. Als Privatperson darf man aus der Fangstation kein Tier adoptieren, es MUSS ein Verein sein, der das Tier da rausholt. Sobald das Tier in der Fangstation ist, hat es in den meisten Fällen keine Chance mehr.

    Wenn man das Tier aber als das eigene deklariert, wird es behandelt und man kriegt es auch wieder.
    Wenn der TA es auf FIV etc. testen will, muss man sich WEIGERN bzw. es dem Tierarzt VERBIETEN. Es kann sonst passieren, dass das Tier sofort getötet wird. Alles schon erlebt! D.h. in unserem Fall hat die Tierschützerin, die die Katze gebracht hat, gedroht, ihm die ALF und schlimmeres auf den Hals zu hetzen, wenn er der Katze ein Haar krümmt. Der Tierarzt hatte FIV diagnostiziert und sofort die Tötung angeordnet. So schnell kann das gehen... hinterher stellte sich die Katze auch noch als FIV negativ heraus, sie wäre für nicht und wieder nichts getötet worden.

    OK, man muss dann für das Tier zahlen, wenn man es als das eigene ausgibt. Aber es kann dem Viechel das Leben retten.

    Und man muss sich danach natürlich kümmern. Ist im Urlaub nicht immer leicht, aber Internet gibts überall und Hilfe kriegt man auch von französischen Tierschützern.

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