Freitag, 26. August 2011

Katzenbabies "retten"

Weil es jetzt mit den Herbstbabies wieder los geht und weil es einfach sooooooo oft vorkommt:

Wenn ihr auf einem Bauernhof oder irgendwo im Gebüsch oder in einer Feldscheune oder sonstwo einen Wurf Katzenbabies entdeckt, nehmt die Kleinen NICHT mit!

Die Katzenmutter muss mit eingefangen werden! Wenn ihr die Babies auf einen Schlag von der Mutter weg holt, bekommt die säugende Kätzin einen Milchstau, an dem sie elendiglich und unter grossen Schmerzen sterben kann.

Gut gemeint ist nicht das Gleiche wie gut gemacht. Wenn, dann macht es richtig: fangt die Katzenmutter un-be-dingt mit ein. 
Das geht entweder mit einer Familienfalle, wie man sie von manchen Katzenhilfe-Organisationen ausleihen kann.
Oder so:
Normale Katzenfalle (kann man ebenfalls im Tierheim ausleihen) aufstellen. Mutter fangen. Babies einsammeln. Die Familie so lange zusammen unterbringen, bis die Jungen 12 Wochen alt sind.
Falls die Kleinen schon rumlaufen und scheu sind, dann muss man sie halt auch mit der Falle fangen.
Das kostet ein wenig Zeit, aber die muss man sich halt nehmen.
So lange eine Wildlings-Mutter ihre Kitten versorgt, kann man sie ohne grosse Probleme in einem Raum halten. Die ist beschäftigt und nölt vielleicht mal rum, das ist aber alles nichts im Vergleich dazu, würde sie weiterhin zweimal im Jahr Junge kriegen und die Kitten jedesmal verwildern und dann ihrerseits für Nachwuchs sorgen. 
Wenn jemand Katzen was Gutes tun will, dann bitte richtig und nicht "oooh, süsse Kitten, nehme ich mit".

Katzenmütter, denen man die Jungen einfach weg nimmt, rennen wie besinnungslos vor Schmerzen und Sorge um ihre Babies durch die Gegend, und das endet oft tödlich. Oder sie verkriechen sich mit beinahe platzendem Gesäuge und grossen Schmerzen und sterben still und leise vor sich hin.

Die Katzenmutter muss auf jeden Fall kastriert werden. Es reicht nicht, Babies zu retten, die Mütter verdienen es mindestens genauso, dass man sich um sie kümmert und sie kastrieren lässt.
Holt man viel zu junge Kitten von der Mutter weg, macht man damit nichts Gutes, sondern einen grossen Fehler.
Informiert euch im Tierheim oder bei der örtlichen Katzenhilfe, bevor ihr handelt. Es kann nicht sein, dass alle naselang jemand stolz erzählt, er habe Kitten gerettet und dabei so eine Scheisse baut, wie im oben beschriebenen Fall und dabei die Katzenmutter über die Klinge springen lässt. Und das kommt wirklich oft vor.




P.S.
(Die im letzten Posting versprochenen Fotos kommen demnächst.... ;) )



Kommentare:

  1. Das klingt echt fuerchterlich! Aber mal ne (vielleicht dumme) Frage: Was macht man denn auf dem Land mit den Katzen vom Bauernhof, wenn die dauernd werfen und wo sich der Bauer nicht drum kuemmert oder nicht kuemmern will, weil's ja genug Abnehmer fuer die suessen kleinen Katzenbabies gibt? Unter Umstaenden gegen den Willen des Bauerns kastrieren lassen? Einfach mitnehmen und beim Tierarzt vorbeigehen? Darf man das? Zahlt man das dann selber bzw. gibt's da Unterstuetzung vom Tierschutz? Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen wo es staendig Katzenbabies gab auf den umliegenden Hoefen - gekuemmert hat sich da nie jemand um die Kastration der Mamas und Papas, soweit ich das einschaetzen kann. Wuerd mich interessieren was in so einem Fall am besten (und machbar) waere.

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  2. Man kriegt, mit genügend Hartnäckigkeit und Geschleime, fast jeden Bauern dazu, dass er einer Kastrationsaktion auf seinem Hof zustimmt. Teilweise muss man ihnen dafür wirklich in den Hintern kriechen und bitteln und betteln, aber irgendwann geben sie ihr ok.

    Am besten ist es, man holt eine Tierschutz-Organisation mit ins Boot. Die wenigsten haben eine Katzenfalle zu Hause, schon alleine deshalb.
    Kastrationsaktionen auf Bauernhöfen liegen ganz oben auf der Prioriätsliste jeder Tierschutz-Orga, denn von dort aus setzt sich die Katzenschwemme in Gang.

    Die Kitten werden bei so einer Aktion bestenfalls vermittelt, andernfalls frühkastriert und wieder zurück gebracht. Die Alten werden natürlich auch alle kastriert.

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  3. Ja, das kommt vor, das mit der Katzenmama ... und nicht so selten. Ist einfach das absolut allerletzte. Und ich habs auch schon von sogenannten Tierschützern gehört, also das wirklich Hinterletzte. Dass "normale" Leute über sowas nicht nachdenken, ist ja schon schlimm genug. Aber "Tierschützer" ...

    Wir machen es hier so, dass wir Mamakatzen mit Kleinen erst mal in Ruhe beobachten. Wieviele Kleine sind da, wo bringt die Mama sie hin ... gibt es eines (oder zwei), das vielleicht sofort tierärztliche Versorgung braucht ... die müssen dann natürlich schnell eingepackt werden.

    Ansonsten immer nur zusammen mit der Mama, sei sie auch noch so wild. Sie muss ja auf jeden Fall kastriert werden.

    Es stimmt, dass die meisten wilden Mamas sich auch in Gefangenschaft ganz normal ihrem Nachwuchs widmen. Diesem sollte man allerdings nicht zu nah kommen, wenn die Mama gerade aufpasst. Es kann Ärger geben :D

    Dass wilde Mamakatzen nach dem Eingefangenwerden ihre Babies verstoßen, ist absolut selten. Es kann passieren, aber ich habs noch nie mitgekriegt. Bei ganz zahmen Hauskatzen ja, bei wilden ich persönlich noch nicht.

    Und immer gut gucken, ob nicht doch noch irgendein Kleines versteckt in der Nähe liegt, sie sind nicht immer alle zusammen.

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  4. "Dass wilde Mamakatzen nach dem Eingefangenwerden ihre Babies verstoßen, ist absolut selten."

    Ich habs auch noch nie erlebt.
    Die ganzen Stories, von wegen "Mama hat Babies verstossen und deshalb habe ich jetzt zwei süüüüüüsse Kitten im Alter von 6 Wochen" sind eh zu 99% erstunken und erlogen.

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  5. Es kann schon mal vorkommen - aber das liegt dann eher daran, dass die Mamakatze schlimm krank ist (oder auch viel zu jung - Stichwort "die Katze sollte einmal werfen ...") und dann sowieso dringend Hilfe und Tierarzt usw. benötigt.

    Aber eine gesunde, verwilderte Katzenmama ... neee, dass die ihren Nachwuchs verstößt, das hab ich noch nicht beobachtet.

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  6. Klar kanns vorkommen, dazu muss die Mama nicht mal krank sein, dazu langt ein lauter, hektischer Haushalt, der die Mamakatz irre macht.

    Wer noch alle Tassen im Schrank hat, beschallt seine Tiere halt auch nicht mit lautem Gedröhne aus TV und Stereoanlage stundenlang, bis sie kurz vorm Gehörsturz sind oder lässt keine Horden von Kindergartenkindern brüllend durch das Zimmer toben, in dem die Mutter mit den Babies untergebracht sind.

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  7. Respekt, die beste Seite mit Tipps zu Katzen, die ich jemals gelesen habe!

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